Schlagwort: Amatonormativität

Am Sonntag beginnt die Aro Week 2026

Während (gefühlt) der Rest der Welt auf ein Date am Valentinstag hinfiebert, laufen in der aromantischen Community die letzten Vorbereitungen für die Aromantic Spectrum Awareness Week. Sie erscheint manchmal auch als Aro Week oder Aromantic Visibility Week genannt.

Wozu eine Aromantic Spectrum Awareness Week?

Die Aro Week startet jedes Jahr am ersten Sonntag nach dem Valentinstag, um auf das aromantische Spektrum aufmerksam zu machen. Am Valentinstag liegt aus Vermarktungsgründen der Fokus auf romantische Beziehungen. Er ist also einer der Tage, an denen die Amatonormativität in unserer westlichen Gesellschaft besonders in Erscheinung tritt.

Amatonormativität ist eine in unserer Gesellschaft vorherrschende, meist unbewusste Überzeugung, dass exklusive, romantisch-sexuelle Beziehungen grundsätzlich wichtiger und wertvoller als andere Arten von Beziehungen (z. B. Freund*innenschaften) sind. Und dass alle Menschen romantisch-sexuelle Zweierbeziehungen („RZB“) unterhalten oder zumindest anstreben sollten.

Unter dieser Vorstellung leiden neben aromantischen und manchmach auch asexuellen Personen zum Beispiel auch polyamore Menschen, die mehr als eine wichtige Beziehung führen. Auch Menschen, die gern eine Beziehung führen würden, aber aus welchen Gründen auch immer keine geeignete Partnerperson gefunden haben, sind dadurch benachteiligt.

Die Einsamkeit, die entsteht, wenn Paare und Paarbeziehungen bevorzugt werden, illustriert unter anderem der Kurzfilm „Zucchini“. Wenn ihr weitere Filmtipps habt: Schreibt gern in die Kommentare!

Aromantic Awareness Week 2026 – Veranstaltungshinweise

Die Aro Week 2026 beginnt am 15. Februar und dauert bis zum 21. Februar.

Auf dem Aspec*German Discord ist einiges geboten. Das Programm haben wir als Sharepic hier, oder ihr schaut zum Beispiel auf den passenden Mastodon-Post.

Der Podcast InSpektren plant am 19.2. eine Live-Folge über die Erfahrungen von Bi+ aro Personen. Üblicherweise streamt der Podcast die Live-Folgen auch auf deren YouTube- und Twitch-Kanal.

Mindestens eine Person von uns trefft ihr beim Aktivismus-Austausch auf dem Server am 17.2. um 20 Uhr.

Und damit: Happy Aro Week euch allen!

Breite, zusammengefasste Programmübersicht „ARO WEEK PROGRAMM“ von Aspec*German für den Zeitraum 15.02.26 bis 21.02.26, auf weißem Hintergrund mit grünem vertikalen Streifen links in Aromantik‑Flaggenfarben und QR‑Code unten rechts. Die Events sind in Spalten aufgelistet: Sonntag 15.02. (17:00 Pre‑Show, 18:00 Lesung Nora Kellner), Montag 16.02. (18:00 Stammtisch Orga Austausch, 20:30 Spieleabend), Dienstag 17.02. (18:00 A*telier Hangout, 20:00 Aktivismusaustausch), Mittwoch 18.02. (18:00 Künstlerisch‑chaotischer Austausch vom Kissenburg Podcast, 20:00 Beziehungsanarchie‑Workshop), Donnerstag 19.02. (19:30 Serverrundgang Neulinge, 20:00 Inspektren Live Bi+Aro*specs), Freitag 20.02. (18:00 Aromantik aus männlicher Perspektive, 20:00 Gray/Demi Austausch + Pen&Paper), Samstag 21.02. (ab 13:00 Samstagsaustausche, 18:00 Ace‑Arovolution). @ASPEC‑GERMAN am unteren Rand

 

 

Der 28. Mai – ein neuer Tag des Lieblingsmenschen?

Mehr aus Zufall stellten wir fest, dass Blume2000 den 28. Mai als Tag des Lieblingsmenschen ausgerufen hat.

Eine regenbogenfarbene Tonspur vor schwarzem Hintergrund. Auf der hälfte ein stilisiertes Megafon, das die Tonspur von schmal (also leise) nach breit (also laut) dreht.

Dies selbstverständlich nicht ganz uneigennützig, will Blume2000 doch gewiss, wie der Name des Unternehmens schon sagt, Blumen verkaufen. Aber es hat was, denn nicht alle unsere Lebens- oder Lieblingsmenschen sind uns in romantischer Liebe verbunden. Es soll ja tatsächlich so was wie queerplatonische Partner*innenschaften und beste Friends with Benefits geben, mal mit, mal ohne Poly-Anteile. Damit bricht Blume2000 aus vermutlich kapitalistischen Gründen amatonormative Stereotype auf.

Amatonormativität ist die in unserer Gesellschaft vorherrschende, meist unbewusste Überzeugung, dass exklusive, romantisch-sexuelle Beziehungen grundsätzlich wichtiger und wertvoller als andere Arten von Beziehungen (z. B. Freund*innenschaften) sind und dass alle Menschen diese unterhalten oder zumindest anstreben sollten.

Nun hätte eins den Weg Finnlands gehen können. In Finnland ist der Valentinstag nämlich nicht für romantische Paare reserviert, sondern vor allem für die Freundschaft. Überall sonst sind asexuelle und vor allem aromantische Menschen am 14. Februar außen vor. Aber bei Blume2000 wurde es, warum auch immer, der 28. Mai.

Denn Blume2000 kennt tatsächlich zudem den Internationalen Tag der Freundschaft am 30. Juli, den die Vereinten Nationen 2011 in ihr Register aufgenommen haben.

Leider sind Schnittblumen nicht so günstig, welken schnell, und je nach Variante gehen sie ganz schön aufs Klima. Daher haben wir ein paar unkommerzielle Ideen versammelt, falls eins von euch diesen Tag nutzen möchte, um euren besten Freundespersonen, (queer)platonisch Verbundenen, Familienangehörigen oder sonst wem euch wichtigen eine Freude zu machen.

Eins könnte …

  • miteinander kochen
  • den Lieblingsmensch anrufen, falls ihr nicht zusammen wohnt
  • für die Person was basteln
  • liebe Zettel schreiben
  • sich auf einen Tee treffen
  • sich zu einem gemeinsamen Spaziergang treffen
  • Wiesenblumen pflücken
  • oder Samenbomben für Bienenfutter verteilen, falls zu wenig blüht bei euch
  • gemeinsam wandern gehen
  • einen Brettspielabend veranstalten
  • gemeinsam picknicken
  • einander aus einem Buch vorlesen (per Telefon oder bei einem Treffen)
  • zusammen in den Himmel schauen und Wolkenformen entdecken.

Habt ihr noch Ideen? Wollt und braucht ihr einen nicht romanzen-lastigen Tag, um eure(n) Lieblingsmenschen zu feiern?