Wie schon im vorhergehenden Beitrag erwähnt, waren wir am vergangen Samstag zweispurig unterwegs, nicht nur in Berlin, sondern auch in Mannheim beim CSD Rhein-Neckar. Genau wie in der Hauptstadt war es mächtig windig, die Flyer haben ihrem Namen alle Ehre gemacht, und der Pavillon unternahm einen Fluchtversuch, aber wir waren ja dankbar, dass wir uns nicht mehr jenseits der 35 Grad bewegt haben.

In Anbetracht der eher geringen Anzahl an Ständen auf dem Schlosshof waren wir zunächst nicht so ganz sicher, mit wie viel (oder wie wenig) Besucher*innen so zu rechnen sei, aber als die Demo dann schließlich am Schloss ankam, waren es doch mehr Menschen als gedacht. Nach ca. 1,5h Dauereinsatz waren wir all unsere Broschüren und Flaggenaufkleber losgeworden. Und auch viele Kuchenaufkleber und Flyer über Asexualität und Stammtische in Baden-Württemberg, damit haben wir dann auch noch den Rest der Zeit bestritten. Von den Süßigkeiten blieb unverständlicherweise noch recht viel übrig.

(Rechts unsere unsere liebevoll ausgebreitete Auslage.)

Alles hat also reißenden Absatz gefunden. Jetzt wissen definitiv wieder eine Menge mehr Menschen dass es Asexualität gibt, und haben hoffentlich auch eine bessere Vorstellung davon was genau das ist: Nein, es betrifft nicht nur alte Menschen. Und ja, einige Menschen im autistischen Spektrum identifizieren sich als asexuell, aber weder sind alle Autist*innen asexuell, noch alle Asexuellen autistisch. 

Aber im Großen und Ganzen waren die Gespräche mit den nicht-asexuellen Menschen sehr freundlich und interessiert, teilweise herrschte auch Enthusiasmus Infomaterialien für Freunde oder Angehörige gefunden zu haben.

Persönliches Highlight waren für mich aber auch diesmal wieder die Reaktionen von anderen Asexuellen. Oft eine Mischung aus Begeisterung, Unglaube und Erleichterung, dass es da tatsächlich auch einen Stand gibt der sie repräsentiert. Das sind für mich immer die tollsten Momente. Auch wenn wir dieses Jahr nicht als Fußgruppe an der Demo beteiligt waren, hatte ich mich privat mit Flagge an die Strecke gestellt und den Zug einmal an mir vorbei ziehen lassen. Und auch dabei waren mir schon einige andere Asexuelle mit Flaggen als Superheld*innen-Caps oder selbst gestalteten T-Shirts begegnet, die mich mit meiner Flagge freudig ansprachen.

 

Außerdem können wir berichten, dass sich langsam aber sicher die Asexualität auch unter dem kommerziellen CSD Merchandise breit macht. Am Stand der Regenbogenmanufaktur fanden sich Pins, Magneten, Aufkleber und sogar Mousepads mit der Flagge. Sie können es zwar, finde ich, an Niedlichkeit noch nicht mit unseren Katzen-Buttons aufnehmen, aber auch das ein sicheres Zeichen das die Sichtbarkeit wächst 😉

Das war es also für uns mit der CSD Saison 2018, nächste Station ist jetzt die AktivistA im September in Stuttgart! Für alle die noch irgendwo feiern und auf die Straße gehen: Viel Spaß!

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