Gestern schon hat der Pride Month begonnen. Immer im Juni nehmen wir das Andenken an den Aufstand in der Christopher Street (auch Stonewall Riots genannt) zum Anlass, queeres Leben zu feiern und für gleiche Rechte zu protestieren.
Joint-Venture-Demogruppe mit Bi-in BW zum CSD Karlsruhe 2018.
Mittlerweile gibt es so viele CSD (Christopher Street Days) oder Pride-Feiern, dass sie nicht mehr alle in den Juni passen. Der Monat ist geblieben.
Ein CSD im Juni ist der CSD Karlsruhe. Wenn ihr am 6. Juni dort vorbeischaut: AktivistA hat einen Infostand und freut sich über Besuch. Neben dem mittlerweile zahlreichen Infomaterial ist wie immer ein bisschen Merch für Aces und Aros dabei.
Und, psst, noch gar nicht offiziell: Wenn der Himmel bis dahin nicht herunterfällt, seht ihr Carmilla am 18.6. mit dem Thema „Ace Community“ bei der Queeren Theke im Utopia Kiosk in Stuttgart.
Egal, wie und wo ihr so unterwegs seid: Wir wünschen euch eine erfolgreiche, friedliche und solidarische Pride-Saison!
Für die AktivistA-Konferenz 2026 in Stuttgart suchen wir kreative Beiträge, die sich den vielfältigen Facetten der Aromantik und/oder Asexualität widmen.
Ein Eindruck vom Konferenz-Sonntag 2024.
Diese können je nach Format auf der Bühne präsentiert oder performt werden. Im Anschluss planen wir einen Round Table mit allen Beitragenden, um über die Bedeutung und Herausforderungen der künstlerischen Auseinandersetzung mit aro/ace-Themen zu sprechen. Moderieren wird Finx, die uns letztes Jahr schon in einem Workshop zu Relationship Anarchy mit Kunst überrascht hatten.
Falls du Interesse hast oder mehr Infos benötigst, schreib gerne eine Mail an finxthulk[at]tutamail.com mit ein paar Sätzen über dich und deine Beitragsidee.
Es sind alle kreativen Beiträge wie z. B. Gedichte, Performances, Skulpturen, Videos, Fotografien etc. willkommen, egal ob du das als “Kunst” labelst oder nicht. 🙂
Zudem haben wir einen kleinen Topf für Fahrtkosten etc., außerdem gibt es wie bei allen Beiträgen Mittagessen umsonst.
Ursprünglich nur für das asexuelle Spektrum gedacht, sind wir mittlerweile ein bisschen breiter mit den diversen a-Orientierungen aufgestellt. Unsere Location, das Zentrum Weissenburg, hat für das samstägliche Programm einen ebenerdigen Zugang und eine Toilette, die für die meisten Rollstühle geeignet ist. Die Bühne ist etwa 30 Zentimeter hoch und hat keine Rampe.
Zunächst einmal: Wir wünschen euch allen einen guten, erfolgreichen Aktionstag gegen Homo-, Bi-, Trans-, Inter-, Aspec*- und Lesben-Feindlichkeit 2026!
Zunächst hieß der 17.5. der „Internationale Tag gegen Homophobie / IDAHO“, um jenen Tag 1990 zu feiern, als die WHO endlich beschloss, Homosexualität von der Liste der Krankheiten zu streichen. Im Lauf der Jahre hat die Abkürzung einige Buchstaben hinzugewonnen – zuletzt in manchen Ecken der Bundesrepublik das A (für ace, aro und agender Personen) und ein L. Und ein Pluszeichen. Denn die Liste der Diskriminierungsformen ist damit leider nicht zu Ende. Manchmal erscheint daher auch ein IDAQ – Internationaler Tag gegen Queerfeindlichkeit.
Friedliches Flagenmeer mit ordentlich Kuchen – so was wäre uns lieber als Protesttage.
Letztes Jahr stand bei uns die Ace- und Aspecfeindlichkeit im Fokus – auch wenn wir lieber hätten, dass der ganze Aktionstag seine Berechtigung verliert.
Internationaler Tag gegen Queerfeindlichkeit mal anders
Dieses Jahr haben wir ein Thema für euch, das vielleicht erst einmal überrascht: Queere Geflüchtete. Es gibt immer wieder Stimmen, die asexuellen Personen vorhalten, dass wir ja „eh nichts machen“ würden (in Sachen Sexualität). Also hätten wir keinen Grund, bei CSDs auzutauchen oder vor Repressionen zu fliehen.
Daher hier ein paar Lesetipps mit Content Notes: Diese englischsprachigen Berichte thematisieren acefeindliche Vorurteile und gewaltvolle Handlungen gegen asexuelle Menschen.
Aces in Indien kämpfen beispielsweise gegen einen ganz anderem Druck zu heiraten als die meisten deutschen Personen.
Und wenn eins dachte, dass Deutschland in Sachen Asexualität eine Infowüste ist: Die arabischsprachige Welt kann das auch. Die verstreut lebenden Beteiligten in diesem Artikel über @asexarab – eine Initiative arabischsprachiger asexueller Menschen – erinnern mich an die Anfangszeiten des englischen AVEN-Forums vor 2003, wo die Aktiven über den halben Globus verstreut lebten. Hier findet ihr den Linktree von @asexarab
Eine der beteiligten Personen lebt übrigens mittlerweile in Deutschland, weil sie aus dem Irak fliehen musste, und engagiert sich bei baraka. Dieser Treffpunkt für internationale queere Personen ist beim Rubicon in Köln angesiedelt.
Unabhängige Asylberatung muss bleiben!
Und damit sind wir bei einer politischen Entwicklung, die unsere Besorgnis erregt.
Diese Struktur soll nun gestrichen werden, was die Verfahren unter anderem wieder undurchsichtiger machen würden.
Bei diesen Kürzungen und Umstellungen im Rahmen einer Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) gibt es offenbar noch ein weiteres fragwürdiges Vorhaben: Die Behörden (vor allem also die Polizei) sollen eigenständig einen „besonderen Schutzbedarf“ feststellen. Ganz ohne unahängige Beratung. Dies betrifft neben z. B. Minderjährigen auch queere Geflüchtete. (Background-Infos zu besonderem Schutzbedarf hier.)
Schon jetzt haben deutsche queere Personen Probleme mit der deutschen Polizei – und diese Reibung zwischen Law & Order und Queerness soll sich in Luft auflösen, sobald eine Person keinen deutschen Pass hat? Eher unwahrscheinlich.
Wenn ihr also am 17.5. oder später auf die Straße geht: Die Reform des GEAS bekommen wir nicht mehr gestoppt, aber gegen die angedachten Kürzungen lohnt sich der Protest.
Alle, die unserem Blog regelmäßig folgen, wissen, dass Menschen an deutschen Unis zu Asexualität und Aromantik forschen. Manche präsentieren ihre Ergebnisse sogar bei unseren Konferenzen.
Über die Fragen, ob wir eine Diagnose brauchen, oder wie viele Aces es nun eigentlich gibt, sind wir dabei längst hinaus. Vom Gesundheitswesen über Literatur bis zur Soziologie beschäftigen sich Personen mit Themen aus dem asexuellen und aromantischen Spektrum.
Was meinen wir mit „Science Showcase“?
Am 6.4.2026, dem International Asexuality Day, werden einige der Forschenden aus dem deutschsprachigen Raum sich und ihre Arbeit vorstellen. Trotz des fancy Titels wird es deutschsprachig, denn wer gut Englisch kann, liest wahrscheinlich eher die frei zugänglichen Veröffentlichungen.
Die Veranstaltung ist für Neugierige gedacht und für alle, die vielleicht auch an Unis sind und sich fragen, wie sie das Aspec und ihre Fachrichtung sinnvoll zusammenbringen können. Das Format ist ähnlich wie ein online TEDx-Talk strukturiert, wir sind aber vorläufig ohne Pflicht zur Aufzeichnung unterwegs.
Gefühlt ist unsere elfte Konferenz erst gestern gewesen …
Jedenfalls ist es mir eine Ehre und ein Vergnügen, die zwölfte AktivistA-Konferenz für das asexuelle Spektrum und verwandte Themen ankündigen zu dürfen.
Anmelden könnt ihr euch über die bewährte Unterseite und das Kontaktformular. Auf der Unterseite findet ihr auch Details zu Kosten, der Location und Anreise. Außerdem posten wir dort Aktualisierungen zum Programm, sobald wir sie vorliegen haben.
Keine Konferenz ohne Programm
Da wir kein Barcamp veranstalten wollen, seid ihr gefragt. Thematisch suchen wir alles, was mit den ace und aro und anderen A-Spektren zu tun hat, nehmen aber auch gern einen Blick über den Tellerrand in politische Arbeit, trans Themen, Intersektionen, künstlerische Arbeit oder …?
Wir rechnen gewöhnlich bei Vorträgen, Lesungen oder Workshops mit 45 Minuten, danach sind 15 Minuten für Diskussion und Fragen geplant. Falls ihr für etwas Kürzeres oder Längeres Ideen habt, gibt es die Möglichkeit, umzustrukturieren.
Pro Programmpunkt zahlen wir für maximal zwei Menschen Fahrtkosten, Mittagessen und 100 Euro Honorar.
Wie versprochen: Unsere Broschüre in Leichter Sprache gibt es jetzt auch als Print. (Hier kommt ihr zur Webversion.) Wir haben auf einen nicht zu hellen Hintergrund und mattes Papier geachtet, damit es nicht allzu sehr blendet. Wie die Webversion ist das eine DIN-A5-Broschüre mit 24 Seiten.
Falls ihr die Broschüre für eine Einrichtung oder für die Arbeit mit Menschen mit Lernschwierigkeiten bestellen wollt, nutzt bitte die Infos auf unserer „Gedrucktes“-Seite.
Die Heilberufe können auch bunt. (Zumindest manchmal.)
A*specMed sind eine kleine Gruppe von Personen, die sich für die Schnittstelle von Medizin und den A-Spektren interessieren. Vor allem also für Personen auf den aromantischen und asexuellen Spektren. Seit letzten Herbst ist ihr erstes größeres Projekt fertig: Der Flyer „Gynäkologie und Asexualität“.
Insgesamt ist für queere Menschen der Besuch bei Frauenärzt*innen manchmal recht unangenehm: So treffen sie beispielsweise auf Misgendering und Vorurteile über die „richtige“ Art und Menge von Sex. Asexuelle Frauen, die nicht sexuell aktiv sind, sehen zudem oft den Grund nicht, für diese Art Termin Zeit aufzuwenden. Daher gibt es von A*specMed jetzt einen Flyer, der erklärt, was bei so einer gynäkologischen Sprechstunde passiert und wozu sie gut ist außerhalb von Schwangerschaften und deren Verhütung.
In der etwas missverständlich benamsten „Rostlaube“ der Freien Universtität Berlin startete letzten Samstag der Workshop „On Asexualities“, für den wir vor einigen Wochen Werbung gemacht hatten. Tatsächlich ist diese „Laube“ so groß, dass sie eine komplette Bibliothek umschließt und mehrere „Straßen“ hat, an denen sich die Seminarräume und Hörsäle befinden. Dankenswerterweise hatten Menschen, die sich auskannten, ein Poster mit Richtungspfeilen aufgehängt.
Hier jedenfalls ein kleiner Bericht, denn die meisten Forschenden in den Asexuality Studies arbeiten auf Englisch, und an ein paar Ideen möchte ich euch teilhaben lassen.
Inhaltshinweis: allgemeine Fragen nach ethischem Verhalten, Consent und nicht-konsensuellem Verhalten. (mehr …)
Schon seit längerer Zeit hatten wir festgestellt, dass für Menschen mit Lernschwierigkeiten nicht besonders viel Material zu queeren Themen erhältlich ist. Und zum asexuellen Spektrum? Da gab und gibt es noch mal weniger.
Und es ist ja auch schwierig zu erklären. Asexualität als sexuelle Orientierung ist unbekannt, und das mit dem Spektrum erfordert schon auf Standardsprache einiges an Platz. Wie vermittelt man das Thema nun Personen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen haben? Oder die mit Abstraktionen hadern?
Nach einigen Runden mit unserer Übersetzerin Sarah Riehle sind wir dieses Jahr endlich fertig geworden. Es gibt ein PDF! Liebevoll illustriert wurde das Heft von Kimi Tenna Keßler.
Mitten in die Grippe- und Erkältungssaison fiel unsere Konferenz diesmal, und knackig kalt war es in Stuttgart obendrein, sodass wir leider mit einigen Personen weniger starteten als geplant. Trotzdem sprengten wir die Anzahl der in der Weissenburg vorhandenen Suppenschüsseln.
Der Samstag
Vortrag mit Workshop: Achtsamkeit und Soziale Nachhaltigkeit
Nach einer kurzen Begrüßung ging es gleich in den ersten Programmpunkt: In der üblichen Vorstellungsrunde fragte die referierende Person, Alé*, neben Namen und Pronomen gleich noch ab, was die Anwesenden so brauchten, um sich tagsüber wohlzufühlen. Neben Essen und Trinken wurden da auch ruhige Ecken, Pausen, Spaziergänge und frische Luft genannt.
Aber was hat nun das Thema des Vortrags mit Asexualität zu tun? Es gibt schon länger Forschung, dass Achtsamkeitsübungen die Wahrnehmung des Umfelds verbessern können. Dies kann wiederum dazu führen, dass Menschen eher motiviert sind, sich ressourcenschonend und umwelt- bzw. mitweltfreundlich zu verhalten.
Für eine Masterarbeit war Alé*s Forschungsgegenstand bewegungsbasierte Achtsamkeitsübungen. Wie lassen diese sich zusammen mit Pausen in Gruppentreffen einflechten, um Menschen in Bewegung zu bringen und einen Aktivismus-Burnout zu verhindern?
Und Aktivismus wird es brauchen, nicht nur für ace und aro Themen, um die 17 Ziele Nachhaltiger Entwicklung der UN zu erreichen. So könnten sich ace und aro und queere Aktivist*innen allgemein interessieren für Ziel 3 „Gesundheit und Wohlergehen“, Ziel 4 „Hochwertige Bildung“, Ziel 10 „Weniger Ungleichheiten“. Und das alles geht nur mit Ziel 17 „Partnerschaften zum Erreichen der Ziele“. Zusammenarbeit erfordert Kommunikationsbereitschaft und Diskussionen zur Konfliktbeilegung. Wer da mit einer besseren Wahrnehmung für sich und andere zu Treffen geht, kann nur gewinnen.
Während des Worshopteils war ich dann mit der Buffetvorbereitung beschäftigt. Ein paar Ideen möchte ich mir aber abschauen, da ich gelegentlich in konfliktreicheren Umfeldern als bei AktivistA unterwegs bin.
Es gab nicht nur Suppe, sondern auch Brot mit was drauf.
Speedfriending
Nach dem Essen ging es mit einer halben Stunde Speedfriending weiter. Dazu hatte eine teilnehmende Person Gesprächsimpulse vorbereitet, für die mit wechselnden Personen je ein bis zwei Minuten Zeit investiert werden sollten. Alle, die Lust drauf hatten, kamen also im Raum herum. So erzählte ich mir unbekannten oder nur wenig bekannten Menschen von perfekten Sonntagen, Hobbies, Wohnwünschen und Reisezielen. Ich fand es eine willkommene Reflexionsmöglichkeit, bei der einige Personen hoffentlich auch Anknüpfungspunkte für Gespräche am Abend fanden.
Vorstellung SexPositive Community Stuttgart
Witzigerweise lernte ich die SexPositive Community Stuttgart bei einer Veranstaltung im vergangenen Winter kennen, als AktivistA und die Community als komplettes Gegenteil vorgestellt wurden. So einfach ist die Sache natürlich nicht gestrickt. Denn das asexuelle Spektrum ist eben ein Spektrum und besteht nicht nur aus Aroaces, die sich von jedem Körperkontakt fernhalten.
Uns beehrte Ingo, der die Community gegründet hatte. In der SexPositiven Community Stuttgart wird Sexpositivität so verstanden: Alle sind unterschiedlich, und es ist schön, dass wir alle so unterschiedlich sind. Du darfst du selbst sein, solange du im Consent mit anderen bleibst.
Um mit diesem „Consent“ – Einverständnis oder Konsens – weiterzukommen, braucht eins eine gewisse Diversitätsinformiertheit: Auf welchen Ebenen sind Menschen verschieden und führt das zu Machtgefällen? Nötig ist außerdem eine gewisse Achtsamkeit. Wo überschreitet mein Standard die Grenzen anderer Menschen? Wo überschreiten andere meine, wo überschreite ich meine Grenzen?
Zur Community in Stuttgart kommen oft Menschen auf der Suche nach besserem Sex. Neben Chaträumen werden Treffen angeboten. Beim „Exploratorium“ geht es dann in einem moderierten Raum auch um Fragen wie „Was ist Romantik?“, „Was ist Sex?“, die durch unterschiedliche Sichtweisen auf ein Thema Menschen dazu bringen können, voneinander zu lernen.
In der Diskussion ging es viel um „gemischte“ Beziehungen und den darin überhaupt zu findenden Konsens. Leider verinnerlichen viele Aces acefeindliche Standards zu Sexualität, bevor sie überhaupt von Asexualität gehört haben. Dies führt zu einem Machtgefälle in der Beziehung. Was wir aber auch merkten: Grenzen gibt es nicht nur, sobald Erwachsene nackt Dinge zusammen tun. Auch der obligatorische Bussi für die Oma kann Grenzen eines Kindes überschreiten, oder unausgesprochene Regeln darüber, wie Freizeitgestaltung in Freund*innenschaften abzulaufen hat.
Vortrag mit Workshop: Beziehungsanarchie
Als letzten Punkt stellten Finx und Nadja das Konzept Beziehungsanarchie vor. Ausgangspunkt dieses Konzepts ist unter anderem die Frage: Lebe ich die Beziehung, die ich mir aufgebaut hätte, wenn ich bei Null angefangen hätte?
Nun fangen wir als Menschen in einer Gesellschaft in den seltensten Fällen bei Null an. Von klein auf lernen wir ausgesprochene und nicht ausgesprochene Regeln, was gut, richtig und normal ist. Unsere Konzepte von romantischer Beziehung und Familie schweben nicht im luftleeren Raum, sondern sind beeinflusst von kapitalistischen und nationalistischen Interessen, von patriarchalen Vorstellungen von Verfügbarkeit über andere, und von neoliberalen Optimierungsgedanken. Selbst, wenn wir mit den besten Absichten in eine Beziehung gehen, sind Privilegien auf rechtlicher, sozialer und ökonomischer Ebene oft ungleich verteilt.
Sobald wir also einer Beziehung ein gewisses Label aufpappen, folgen daraus Erwartungen und Ansprüche an die beteiligten Personen.
Hier setzt die Anarchie an. Anarchie widersetzt sich Hierarchien, Zwang und Kontrolle. Solidarität und Ordnung sollen aus der Gemeinschaft heraus organisiert werden. Das gilt auch für Beziehungen: Es wird keine Hierarchie von Liebesformen aufgebaut und davon ausgegangen, dass Liebe reichlich vorhanden ist. Beziehungen sollen sich organisch aus den Bedürfnissen der Beteiligten im Konsens entwickeln. Basics auf Englisch findet ihr hier.
Nach dem Vortrag gab es noch eine Runde Murmelgruppen über eine Bildauswahl zum Thema. Danach folgte ein Abend voller Gespräche, der vom Thekenteam der Weissenburg exzellent betreut wurde.
Obligatorisches Infotischbild mit ace-farbenem Spendenschweinderl.
Sonntag
Am Sonntag trafen wir uns noch einmal für einen von Eggy moderierten Comics Exchange und weitere Gespräche. Beim Comics Exchange trafen die auf deutsch verfügbaren Marvel- und DC-Pride-Bände auf die Tagebücher der Apothekerin, Is Love the Answer? und Sinners of the Azure Abyss. Für die Geschichte von Gwenpool (Marvel) und Is Love the Answer? gab es Leseempfehlungen. Die Tagebücher sind noch nicht abgeschlossen, sodass unklar ist, inwieweit sich die Autorin dem Druck der Fans auf ein romantisch-sexuelles Ende für die Hauptfiguren beugt.
Im Nebenraum ging es derweil um Beziehungsanarchie, Anziehungsformen und das Leben in einer heteronormativen Welt.
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