Category: Informationen über Asexualität

Neues Infoblatt für Heilberufe

Zahlreiche a_sexuelle Menschen haben schlechte Erfahrungen mit Ärztinnen oder Therapeutinnen gemacht, denn auch diese Personengruppen sind nicht unbeeinflusst von den unbewiesenen Glaubenssätzen unserer Gesellschaft. Einer dieser Glaubenssätze ist, dass alle Sex wollen.

Aus derlei Vorurteilen erwachsen Missverständnisse und Bevormundungen. Sie sorgen dafür, dass Menschen Hilfe nicht erhalten oder gar nicht erst in Anspruch nehmen, um sich nicht für einen Teil ihrer Persönlichkeit entschuldigen zu müssen.

Mit freundlicher Unterstützung von Resources for Asexual Survivors gibt es nun hoffentlich eine Möglichkeit, derartige Fehlkommunikationen zu verhindern.

Unser Infoblatt für Heilberufe enthält auf einer Seite alle Grundlagen für den Umgang mit a_sexuellen Patient*innen, außerdem haben wir eine neue Unterseite geschaffen, wo der Downloadlink und der Volltext des Infoblattes zu finden sind.

A_sexualität: Wissenschaftliche Grundlagen

Dieser Artikel kann leider keinen vollständigen Überblick über den Stand der Forschung bieten.

Da alle Artikel und Bücher nur auf Englisch verfügbar sind, und “asexuality” hier nur “Asexualität” ohne das Spektrum meint, verzichtet die Redakteurin auf den Unterstrich.


Glossar für Menschen, die nicht so oft mit wissenschaftlichen Artikeln zu tun haben:

„Abstract“: eine Zusammenfassung der Studienergebnisse, die im Gegensatz zur Studie selbst meistens kostenfrei online zugänglich ist

„signifikant“ heißt, dass eventuell gefundene Unterschiede zwischen zwei Gruppen einer statistischen Prüfung standhalten und auf größere Gruppen übertragbar sind.


Kinseys Modell der sexuellen Orientierung

  • Kinsey, A. C, Pomeroy, W. B., and Martin, C. B. (1948). Sexual Behavior in the Human Male, W. B. Saunders, Philadelphia, PA.
  • Kinsey, A. C, Pomeroy, W. B., Martin, C. E., and Gebhard, P. H. (1953). Sexual Behavior in the Human Female, W. B. Saunders, Philadelphia, PA.

Kinseys Modell ist auch Grundlage des AVEN-Dreiecks. Kinsey schlägt eine Achse vor, um die sexuelle Orientierung zu bestimmen, von 0 (ausschließlich heterosexuelle Anziehung) bis 6 (ausschließlich homosexuelle Anziehung), mit diversen Abstufungen der Bisexualität dazwischen, ausgehend von tatsächlichen und erwünschten Erfahrungen sowie Fantasien.

Eine Gruppe passt nicht in dieses Schema, da sie kein Interesse an irgendwelchen Erfahrungen bekundet, und wird als „X“ – „Menschen ohne sozio-sexuelle Kontakte oder Reaktionen“ von ihm weitgehend ignoriert.

Storms’ Modell

  • Storms, M. D. (1978) “Sexual Orientation and Self-Perception” in P. Pliner K. R. Blankenstein and I.M. Spigel (Eds), Advances in the Study of Communication and Affect vol. 5 Perception of Emotion in Self and Others. New York. Plenum

Storms trägt homoerotische und heteroerotische Anziehung jeweils auf einer x- und einer y- Achse auf, dadurch entsteht ein Bereich, in dem sowohl die eine wie die andere Anziehung minimal sein kann, und benutzt dafür die Begriffe „asexual“ und „anerotic“.

Das Modell funktioniert besser als Kinseys, weil eine Erhöhung von homosexueller Anziehung nicht notwendigerweise mit einer Verringerung der heterosexuellen Anziehung einhergehen muss.

Beide Modelle tragen wegen ihres relativen Alters nicht der Tatsache Rechnung, dass es auch Menschen mit nicht-binärer Geschlechtsidentität gibt, also solche, die sich weder als Männlein noch als Weiblein identifizieren können.

Bogaerts Grundlagenforschung

Bogaert verwendete Daten aus einer Befragung von 18’000 britischen Bürgern. Etwa 1% der Befragten kreuzten „ich habe mich noch nie sexuell zu jemandem hingezogen gefühlt“ an. Bogaert versucht in der Studie, „Ursachenforschung“ zu betreiben – unter den 195 untersuchten Menschen waren mehr Frauen als Männer, mehr „Spätzünder“, mehr kurz gewachsene als sehr große, mehr schlecht gebildete als Leute mit Universitätsabschluss u. v. a. mehr. Er kommt zu dem Schluss, dass Asexualität wahrscheinlich durch diverse biologische und soziale Faktoren bedingt wird. (Was ungefähr der Stand für jede sexuelle Orientierung sein dürfte.)

Außerdem vom selben Autor:

  • Bogaert A. F. (2006). Toward a Conceptual Understanding of Asexuality. Review of General Psychology, 10, 241-250
  • Bogaert, A. F. (2008). Asexuality: Dysfunction or variation. in J. M Caroll & M. K. Alena (eds). Psychological Sexual Dysfunctions. New York: Nova Biomedical Books. pp. 9-13.

Im ersten Artikel beschäftigt er sich eher mit der Definition – er schlägt “empfindet keine sexuelle Anziehung” vor. Im zweiten Artikel zieht er einen Vergleich mit der Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD). Er kommt laut Abstract zu dem Schluss, dass Asexualität eine sexuelle Orientierung und keine Störung ist.

Seine Ergebnisse und Überlegungen hat er auch in einem Buch zusammengefasst: „Understanding Asexuality“, Lanham, 2012

Wie definieren wie A_sexualität am Besten, und was ist das eigentlich?

  • Prause, N & Graham, C. A. (2007) Asexuality: Classification and Clarification. Archives of Sexual Behavior, 36, 341-35

An einer Online-Befragung nahmen auch 41 Asexuelle teil, die sich, im Gegensatz zu Bogaerts Versuchpersonen, tatsächlich als asexuell identifizierten.

Asexuelle haben laut Abstract signifikant weniger Interesse an Sex mit einem Partner und sind weniger leicht sexuell erregbar. Keine Unterschiede wurden gefunden, was sexuelle Gehemmtheit und die Häufigkeit von Masturbation anging.

  • Brotto, L. A., Knudson, G., Inskip, J., Rhodes, K., & Erskine, Y. (2010). Asexuality: A mixed methods approach. Archives of Sexual Behavior, 39, 599-618.

187 Asexuelle wurden via AVEN rekrutiert und online befragt. Wichtig: keiner der Befragten war mit seinem sex-losen Dasein an sich unglücklich. Außerdem versuchten Brotto et al. herauszufinden, welche Definition von Asexualität am besten funktioniert: Mangel an sexueller Anziehung, sexuellem Verhalten oder Erregbarkeit (entspricht in etwa dem, was die Niederländischen AVENler als „born without sexual feelings“ bezeichnen.) Am nützlichsten erwies sich „lack of sexual attraction“.

Am wenigsten aussagekräftig dürfte eine Aussage zum tatsächlichen sexuellen Verhalten sein. Diverse Selbsthilfegruppen für schwule Väter sprechen eindeutig gegen ein solches Konzept.

  • Brotto, L. A., & Yule, M. A. (2011). Physiological and Subjective Sexual Arousal in Self-Identified Asexual Women, Archives of Sexual Behavior, 40, 699-712

38 Frauen, davon 7 Asexuellen, wurden nicht-erotische und erotische Filmsequenzen vorgespielt, dabei wurde die Vaginalpulsamplitude (VPA) gemessen und hinterher u.a. die empfundene Erregung abgefragt.

Die VPA und die selbst eingeschätzte Erregung war bei allen Gruppen während des erotischen Films etwa gleich, allerdings fanden sich bei den Asexuellen weniger positive Gefühlsregungen und weniger sinnlich-sexuelle Anziehung. Keine Unterschiede gab es bei negativen Gefühlen und Ängstlichkeit.

Offensichtlich funktionieren die physiologischen Reaktionen bei asexuellen Frauen völlig normal – damit ist als Ursache für Asexualität eine sexuelle Störung quasi ausgeschlossen.

  • Brotto, L. A., & Yule, M. A. (2016): Asexuality: Sexual Orientation, Paraphilia, Sexual Dysfunction, or None of the Above?, Archives of Sexual Behavior, doi:10.1007/s10508-016-0802-7

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die bisherige Forschung, ob Asexualität als eine sexuelle Orientierung gewertet werden kann. Übersetztes Zitat aus dem Abstract: “Es gibt einige Belege, dass ein Teil der sich selbst als asexuell beschreibenden Meschen eine Paraphilie haben. Wir betrachten außerdem Belege, welche die Einordnung von Asexualität als eine eigenständige sexuelle Orientierung unterstützen. Wir schließen, dass Asexualität eine heterogene Entität ist, die wahrscheinlich die Kriterien für eine sexuelle Orientierung erfüllt …”

Gray-A / Grau-Asexualität: Eine Orientierungshilfe

Als Thema meines Vortrages bei der Konferenz AktivistA 2015 hatte ich mir das asexuelle Spektrum vorgenommen, weil es auf Deutsch sehr wenige Informationen dazu gibt. Die Vorrede und einige Hinweise zu Demisexualität finden sich in Teil 1.

Wichtig wie in Teil 1 auch: Ich spreche hier über eine Gruppe, zu der ich nicht gehöre. Sollten sich falsche Informationen eingeschlichen haben oder wichtige Hinweise fehlen, bitte ich um einen Hinweis.

 

Teil 2: Der Graubereich

Vorschlag für eine Flagge der Gray-As

„Grau-Asexualität ist ein Begriff, um die sehr vielfältigen Erfahrungen zu beschreiben, wenn eine Person durch Asexualität ihre eigene Sexualität besser versteht, aber die Definition von Asexualität nicht genau erfüllt.“ (nach Pianicyst, 2013, Übersetzung der Autorin)

 

Der Graubereich kennt zahlreiche Bezeichnungen

Gray-A, grace, grau-asexuell, semisexuell …

Jene Personen empfinden entweder sehr selten sexuelle Anziehung, oder bestenfalls eine sehr unterschwellige Anziehung, oder etwas, das vielleicht sexuelle Anziehung sein könnte.

Da wir es hier also mit Leuten zu tun haben, für die sexuelle Anziehung bzw. das Verlangen nach sexueller Interaktion keine nützliche Beschreibung darstellen, beweist dies, dass sich wenigstens einige Gray-As nicht auf einem linearen Spektrum zwischen ace und allo verorten können.

 

Einige Gemeinsamkeiten von grau-asexuellen/Gray-A Menschen:

Zusammengetragen von Epochryphal, leicht gekürzt und übersetzt von der Autorin. Der zitierte Post bezieht auf Notizen, die 2014 bei der Konferenz in San Francisco für Asexuelle bei einer Diskussionsrunde zum Thema Demi/Gray gemacht wurden.

 

Verwirrung über sexuelle Anziehung:

Was ist das? Habe ich das schon einmal gespürt oder werde ich es wieder spüren? Ist das eine für viele Leute nützliche Idee, die ich aber als Begrenzung empfinde?

 

Aussagen über Anziehung bzw. das Verlangen nach sexueller Interaktion können nur an konkreten Beispielen festgemacht werden:

„Auf wen stehe ich?“ kann nur im Rückblick beantwortet werden, an Reaktionen auf bestimmte Personen. Keine abstrakten Fantasien, keine Möglichkeit, sich einen perfekt attraktiven Fantasiemenschen zusammenzuträumen. Muster müssen per Nachdenken gefunden werden, sie sind keine Erfahrungen „aus dem Bauch raus“.

 

Abneigung ist eine eindeutigere Empfindung als Anziehung:

Sammelt Erfahrungen von Abneigung und versucht, wie oben per Nachdenken, Muster zu finden. Keine Möglichkeit, ohne „Experiment“ herauszufinden, was sich mit wem angenehm anfühlt.

 

Gray-A Identität verändert die Wahrnehmung der eigenen Geschichte:

In wie weit ist die neue Identität ein Filter, mit dem eins sich Geschichten zu Erfahrungen ausdenkt? Wie würden diese Erfahrungen eingeordnet, wenn eins diese Information nicht hätte? Woher weiß eins, dass die eigene Sexualität nicht fluide ist oder sich verändert hat?

 

Was ist der Unterschied zwischen Anziehung und Neugier?

Wie kann eins das herausfinden, ohne anderen zu schaden? Wann muss eins anderen sagen, dass eins nur experimentiert und eine Wiederholung nicht garantiert werden kann?

 

Sexuelle Anziehung mit Aus-Knopf:

Kann die Anziehung/das Verlangen ausschalten, wenn es unangebracht ist, z.B. wenn es ein öffentlicher Rahmen ist, die interessante Person bereits in einer Beziehung hat, etc. Sind das bloß Hemmungen? Wo ist der An-Knopf? Wieso finden sich davon keine Beschreibungen? Können Allosexuelle das auch? Wie bewusst ist das?

 

Grau als vage, sich nicht festlegen müssen.

Die Ungenauigkeit der Beschreibung wird oft als Vorteil empfunden.

 

Weiterführende Informationen auf Englisch:

http://www.demigray.org/

https://asexualagenda.wordpress.com/2012/08/08/many-ways-to-be-between/

https://asexualagenda.wordpress.com/2015/03/23/ambiguous-and-heading-nowhere/

Demisexualität: Eine Orientierungshilfe

Gelegentlich hat eins ja den Eindruck, dass die Menschheit sich entlang diverser Trennungslinien in zwei Teile teilt. Unversöhnlich und unvereinbar stehen sich dann Männer und Frauen, Homos und Heten gegenüber, und natürlich auch Asexuelle und Allosexuelle/Sexuelle.

Das ist eine grobe Vereinfachung, die die Realität nur ungenügend abbildet, aber zu gern als Wahrheit genommen wird. Unter den Tisch fallen dann entweder Menschen mit nicht-binärem Gender, oder auch Bi- und Pansexuelle.

Auch Asexualität hat ein Spektrum – weshalb manche Menschen lieber A_sexualität schreiben – aber dieses Spektrum findet selten in Artikeln über Asexualität Erwähnung. Als würde die Tatsache, dass es keine säuberliche Trennlinie gibt, die Leute überfordern.

Sexualität ist kein An/Aus-Schalter, nicht einmal ein Lautstärkeregler, der von 0 = Asexuell bis 12 = Sexsüchtig geht.

Im Rahmen meines Vortrags bei der Konferenz AktivistA 2015 habe ich mich ein wenig mit diesem Spektrum beschäftigt. Weil auf Deutsch wenig Informationen zur Verfügung stehen, poste ich das Ganze in zwei Teilen.

Wichtig: Ich spreche hier über eine Gruppe, zu der ich nicht gehöre. Sollten sich falsche Informationen eingeschlichen haben oder wichtige Hinweise fehlen, bitte ich um einen Kommentar.

 

Teil 1: Demisexualität

Vorschlag für eine Pride-Flagge für Demisexuelle
Vorschlag für eine Pride-Flagge für Demisexuelle

„Demisexuelle sind Menschen, die nur dann sexuelle Anziehung empfinden, wenn sie eine starke emotionale Bindung zu jemandem aufgebaut haben. Dies ist meistens, aber nicht ausschließlich, in romantischen Beziehungen der Fall.“ (AVEN Wiki 2014, Übersetzung der Autorin)

Es gibt eine Entstehungshypothese von Demisexualität als „sekundäre sexuelle Anziehung“.

Primäre sexuelle Anziehung beruht demnach auf sofort erkennbaren Merkmalen wie Aussehen, Stimme, Bewegungsabläufe. Sekundäre sexuelle Anziehung beruht unter anderem auf Merkmalen, die eins erst kennenlernen muss, wie dem Charakter, Humor etc., und entwickelt sich im Lauf der Zeit. Es wird postuliert, dass Demisexuelle nur sekundäre sexuelle Anziehung kennen.

Demisexuelle verspüren also keine sexuelle Anziehung als Grundrauschen, solange sich bei ihnen nicht dieser eine Hebel im Gehirn umgelegt hat, der sie für eine spezifische Person sexuelle Anziehung empfinden lässt.

 

Demisexualität ist eine Empfindung, keine Entscheidung.

Sicherlich haben Menschen gelegentlich einen persönlichen Standard, wie „Sex erst, wenn ich der anderen Person vertraue“, oder „kein Sex vor der Ehe“, oder „ich warte auf dien Richtigen“ etc. Diese Handlungsanweisungen sind aber von der Empfindung sexueller Anziehung unabhängig.

Dementsprechend ist die Identität „demisexuell“ auch kein Vorwurf an Menschen, die Entscheidungen über ihre Sexualkontakte anders treffen.

Sexuelle Identität beschreibt immer Empfindungen, und stellt nie eine Handlungsanweisung dar.

 

Anzeichen von Demisexualität

Gekürzt übernommen aus “Could I Be Demisexual?” von Arf, Gründer*in von „demisexuality.org“.

Gaz wichtig: Hierbei handelt es sich lediglich um Hinweise, das heißt, nicht alle Demisexuellen erfüllen alle oder auch nur eins dieser Kriterien. (Edit: Diesbezüglich bitte auch die Kommentare unten beachten.)

 

Hat gemischte Gefühle bezüglich Sex:

Manche Demisexuellen sind sex-avers oder sex-indifferent, lehnen also Sex für sich persönlich ab oder stehen ihm gleichgültig gegenüber. Wenn andere über Sex sprechen, sind Demisexuelle oft unsicher, wie und ob sie sich am Gespräch beteiligen sollen. Sex ergibt für sie häufig nicht Sinn als ein Trieb, der befriedigt werde muss, sondern eher als ein Ausdruck von Nähe und Liebe. Demisexuelle brauchen oft eine emotionale Bindung, um Sex überhaupt genießen zu können.

 

Denkt anders über (sexuelle) Anziehung als die Umgebung:

Dieser Unterschied fällt vor allem in der Teenagerzeit auf. Andere reden über Sex und in wen sie verknallt sind. Wenn Demisexuelle sich verlieben, dann steht der Wunsch nach besserem Kennenlernen im Vordergrund, nicht der Wunsch nach sexuellen Erfahrungen. Die Beschreibung „heiß“ oder „sexy“ für echte Menschen ergibt für sie nur bedingt Sinn. Der Sinn von Pornos und Postern mit halbnackten Leuten darauf erschließt sich zwar durch den Verstand, aber anfangen können demisexuelle Menschen damit höchstens bedingt etwas.

 

Die Vorstellung, Sex zu haben, gefällt manchen Demisexuellen, aber sie kennen keine*n, mit diem sie ihn haben wollten.

Ein gewisses Interesse an und Neugier auf Sex sind vorhanden: guckt Pornos, befriedigt sich selbst, steckt sich selbst gern in hübsche Unterwäsche, etc. Bloß sobald es darum geht einen Partnerin zu finden, ist Ebbe: Selbst bei intensivem Rumgucken auf Parties und in Clubs fällt niemand ins Auge, der für all diese Aktivitäten in Frage käme.

 

Sex ist eine Verpflichtung, oder wird aus anderen Gründen praktiziert.

Hatte Sex, weil sich das eben in Beziehungen so gehört, oder diem Partnerin zuliebe. Konnte allerdings persönlich wenig damit anfangen und/oder war nicht in der Lage, auf diesem Weg eine Verbindung zumzur Partner*in aufzubauen.

 

Flirten erscheint sinnlos.

Wenn mit Demisexuellen geflirtet wird, merken sie es oft nicht, oder sie fühlen sich dabei unwohl. Überhaupt erschließt sich ihnen der Sinn von Flirts häufig nicht: Warum wird mit flachen Sprüchen und Smalltalk angegraben, anstatt sich per Gespräch besser kennenzulernen?

 

Verabredungen machen Demisexuelle nervös, bzw. würden sie lieber Freund*innen daten statt Fremde.

Weil in Dates viele Erwartungen an Sex stecken, macht schon allein die Vorstellung manche Demisexuellen nervös. Sie verstehen nicht, wie jemand nach einer Handvoll Dates schon Sex mit der anderen Person haben kann, ganz zu schweigen von One-night-stands. Demisexuelle können sich Sex nur in langfristigen Beziehungen vorstellen. Unter Umständen entwickeln sie sexuelle Anziehung, nachdem eine längere Freund*innenschaft besteht.

 

Wenn sexuelle Anziehung vorhanden ist, verwirrt sie oder ist ausschließlich auf eine Person gerichtet.

Wer selten sexuelle Anziehung spürt, merkt vielleicht gar nicht, was sier da empfindet, bzw. hält das Gefühl für andere „warme flauschige Empfindungen“. Demisexuelle können sich nicht vorstellen, einen Partner*in zu betrügen, da für sie sexuelle Anziehung so ausschließlich ist.

 

Weitere Informationen auf Englisch:

http://demisexuality.org/

http://www.demigray.org/