Anlässlich der Ace Week wollen wir unsere Rubrik „Lesefutter“ reaktivieren. Passend auch zu dunklen Abenden, an denen es schön ist sich gemütlich mit einer Tasse Tee und einem Buch auf dem Sofa einzumummeln. Die heutige Buchvorstellung ist ein Gastbeitrag von Dorace vom Aspec*German Discord, die so freundlich war ein paar Eindrücke zu „Loveless“ von Alice Oseman mit uns zu teilen. Viel Spaß dabei!

Heute möchte ich mit Euch meine Gedanken zum Buch „Loveless” von Alice Oseman teilen. Bevor ich es selber in die Hand nehmen konnte, habe ich schon zahllose Erzählungen von anderen gehört und gelesen die davon berichteten, sich zum ersten Mal durch ein Buch zutreffend repräsentiert zu fühlen. Ich war absolut gespannt, das Buch zu lesen, und was soll ich sagen: ich wurde nicht enttäuscht!

Bei Loveless handelt es sich um einen YA Roman, die Charaktere sind junge Studierende, und die Protagonistin, Giorgia ist aromantisch asexuell. Es ist nicht das erste Buch von Oseman mit Aspec Charakteren, wobei es in Radio Silence (worüber ihr unten auch eine kurze Vorstellung lesen könnt), eher nur eine Nebensache war. In Loveless aber, wie der Titel auch schon andeutet, geht es explizit um Giorgia’s Suche nach ihrer romantischen und sexuellen Identität. Es ist dabei auch interessant zu wissen, dass Oseman selber aroace ist. Giorgia ist sogar nicht mal die einzige Aspec Person in der Geschichte – es gibt eine weitere, die aromantisch bisexuell ist. Aber auch die anderen Hauptcharaktere weisen eine große sexuelle und ethnische Diversität auf, wie das eigentlich typisch für Oseman ist.

Auf dem Weg zum Herausfinden ihrer Identität begeht Giorgia viele Fehler, und fühlt sich mit ihren Ängsten alleine. Ängste davor komisch, anders, „broken” zu sein, und vor allem vor der Einsamkeit, was die meisten Aspec Leser:innen wahrscheinlich sehr gut nachvollziehen können. Freundschaft spielt in dem Buch auch eine sehr große Rolle, es wird sogar nach meinem Empfinden als etwas viel Stärkeres und Wertvolleres (oder zumindest auf der gleichen Ebene) als eine romantische Beziehung dargestellt. Obwohl es sich hauptsächlich um Jugendliche zwischen 18 und 20 handelt, spiegelte es auch viele meiner Gefühle mit Mitte Zwanzig wider. Was mich an dem Buch am Meisten begeistert, ist der Gedanke, dass viele Teenager und Jugendliche vielleicht zum ersten Mal ein Buch in der Hand halten, in dem sie detailliert über A_sexualität und A_romantik lesen können. Hoffentlich kann das Buch einigen Menschen helfen zu verhindern, in die gleichen Fallen zu tappen wie Giorgia.

Ich kann das Buch allen Jugendlichen stark empfehlen, die auf der Suche nach ihrer Identität sind, die sich auf dem asexuellen und/oder aromantischen Spektrum befinden und sich in den mainstream YA Romanen nie wiederfinden können. Das Buch loht sich aber auch für allen anderen Altersgruppen und Menschen, die einfach A_sexualität und A_romantik und die darum existierende Struggles und Schwierigkeiten verstehen wollen.

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