Schlagwort: CSD Pforzheim

Über das Neinsagen

Ambition und Inspiration

Vor einigen Wochen habe ich versprochen, meinen eher nachdenklichen Redetext aus Pforzheim nachzureichen. Kurz, bevor sich der süddeutsche Teil des Vereins in die Stuttgart Pride stürzt, ist mir aufgefallen, dass das noch aussteht.

So ein Text fällt nicht vom Himmel. Zunächst hatte ich mich entschieden, nicht einfach politische Forderungen aufzustellen. Es war absehbar, dass andere auf der Bühne das tun würden. Nicht, dass wir keine politschen Forderungen hätten. Einige davon sind im Posting zum diesjährigen Internationalen Asexuality Day nachlesbar.

Gleichzeitig war mir klar, dass es nötig wäre, eine ace und aro Präsenz zumindest in Ansätzen zu erklären. Warum sind wir bei so einer Veranstaltung? Was trennt, was haben wir mit anderen Anwesenden gemeinsam? Wie viel Trennung wollen wir zulassen?

Diese Überlegungen wurden durch Lesestoff der letzten Monate befeuert. Daher ein paar Buchhinweise.

Zum einen Audre Lorde, die sowohl zum Thema Selfcare als auch zum Thema gewaltfreier Widerstand kluge Dinge geschrieben hat. Und zu einigen anderen Dingen auch. Die Aufsatzsammlung Sister Outsider ist äußerst empfehlenswert, auch wenn zeitbedingt trans Themen wenig vorkommen. Die deutsche Übersetzung ist bei Penguin/btb erschienen.

Cornelia Fleck hat Audre Lorde und andre Quellen genutzt, um in Queerfulness (beim Quer Verlag) Ideen für eine solidarische Protestkultur darzulegen. Ganz ohne Sara Ahmed, die in The Promise of Happiness aber zu ähnlichen Schlüssen kommt.

Und damit zum eigentlichen Text.


Über das Neinsagen: Textentwurf

Ich gehöre zu dem ziemlich lila Infostand da hinten: Das ist AktivistA, der Verein zur Sichtbarmachung des asexuellen Spektrums.

Als wir 2012/2013 mit Infoständen und Demogruppen angefangen haben, auf den CSDs in Stuttgart und Karlsruhe, und auch auf dem transgenialen CSD in Berlin-Kreuzberg, da waren viele andere Besuchende erst mal irritiert. Denn wenn ich es ganz kurz fassen müsste: Wir sind das Nein.

Nein, ich blicke nicht, warum mich die Genitalien anderer Menschen interessieren sollten, und ich habe keine Ambitionen, die anzufassen.

Nein, ich verstehe nicht, warum alle so auf romantische Paarbeziehungen abzufahren scheinen und irgendwen zu ihrem Ein und Alles erklären möchten.

Derartige Neins könnte ich noch ausdifferenzieren. Aber dafür ist die Redezeit zu kurz, und an unserem Infostand gibt es das alles auch zum Nachlesen.

Im Lauf der Zeit haben die meisten mit Fragezeichen in den Augen verstanden, dass unser Nein sich nicht so sehr von ihrem Nein unterscheidet.

Nein, in diesen Traum vom normalen Glück mit Hetero-Beziehung und allem, in den passe ich leider nicht rein. Ich brauche eine Maßanfertigung, gern in Lila, mit viel Glitzer und Pailletten.

Ich glaube, die meisten von uns wissen, dass solche Neins nicht einfach zu äußern sind.

Manchmal ist es zum Beispiel für Teenies der Weg des geringsten Widerstands, irgendeine hetero-genehme Schwärmerei zu erfinden, statt zu sagen: Ich steh nicht auf Mädchen. Oder: Ich steh nicht auf Jungs. Oder: Ich finde Jungs und Mädchen interessant. Oder: Ich blicke nicht, was ihr mit „heiß“ meint.

Genauso ist es einfacher, einen rassistischen, ableistischen, sexistischen oder queerfeindlichen Spruch wegzulächeln, statt zu sagen: Du trittst gerade nach unten, und das ist nicht witzig.

Solche Neins kosten Kraft.

Aber es gibt einen Grund, warum patriarchale Gesellschaften Frauen gern vereinzeln. Es gibt einen Grund, warum Nazis und Rechtsaußen und religiöse Fundis gegen CSDs protestieren und versuchen, uns aus dem öffentlichen Raum zu vertreiben:

Die haben Angst. Die haben Angst vor unserem Nein.

Kultur ist immer eine Sache der gesellschaftlichen Aushandlung, und genau diese Aushandlungen, diesen Diskurs wollen sie verhindern. Denn unsere bloße Anwesenheit enttarnt die Angst, die Pluralität, Veränderung und Mehrdeutigkeiten in ihnen auslösen. Unser Nein stört die Grenzen, die sie ziehen möchten. Diese sauberen Grenzen brauchen sie, um sich dann gut, sicher und gerecht zu fühlen und sich auf der obersten Stufe der Hierarchie breit zu machen.

Weil sie Angst haben, verbreiten sie Angst. Sie fabulieren Bedrohungen zusammen. Diese Märchen verpacken und verbreiten sie dann so geschickt, dass ungefähr 25 % Prozent des Wahlvolks in diesem Land ihre Vernunft und ihre Empathie ausschalten.

Und dann wollen sie uns noch einreden, dass es wieder besser würde, wenn nur LGB das TIQplus unter die Räder des Faschismus kommen ließe.

Mal ist die Angstmache von rechtsaußen und von religiösfaschistischer Seite sehr direkt, indem sie uns und unsere Lieben mit Worten und Taten bedrohen. So auch heute.

Und denen ist entlarvenderweise egal, welche Buchstaben wir benutzen.

In Anbetracht dieser Tatsache kann ich nur sagen: Danke, dass ihr trotzdem da seid und mit uns demonstriert!

Ich weiß, unsere Neins kosten Kraft, aber sie haben in der Vergangenheit was gebracht. Der allererste Christopher Street Day war ein Aufstand gegen die Obrigkeit, für den wir heute dankbar sind.

Auf Dauer bringt es aber nichts, Pflastersteine zurückzuwerfen: Zwischen verhärteten Fronten bleibt am Ende für alle nur ein Scherbenhaufen.

Ja, wir haben manchmal Angst. Und nein, lassen wir uns davon nicht kirre machen. Entscheiden wir uns für Solidarität statt Egoismus. Seien wir kreativ statt restriktiv. Und statt uns ins Ewiggestrige zurück zu wünschen: Seien wir bereit, die Zukunft mit radikaler Zärtlichkeit zu gestalten.

Danke!

CSD Pforzheim 2025: Weich wie geschmolzener Kruppstahl?

Der dritte CSD in Pforzheim gestern präsentierte sich mit ähnlichem Wetter wie der erste: Größtenteils wolkenlos und richtig, richtig heiß. Es hatten sich mehr Stände angemeldet als die letzten beiden Jahre. So kam AktivistA ins zweifelhafte Vergnügen, den ganzen Nachmittag über Sonne im Zelt zu haben — bei 34 Grad Außentemperatur brutzelten wir da ungemütlich vor uns hin.

Ein Meer aus kleinen Pride-Flagen, die in Kuchenstücken stecken.
Es gab, dank einer sehr coolen Person, veganen Kuchen.

Unser verhältnismäßig früher Aufbruch um 18 Uhr war dennoch der Temperatur und der dadurch geringen Publikumsfrequenz geschuldet. Vorher freuten sich Menschen über unsere Anwesenheit, konnten teils zu AktivAro weiterverwiesen werden und auch das Material zur Disability und Mad Pride Bonn am 14. Juli fand Abnehmende.

Die Redebeiträge, darunter einer der Verfasserin dieser Zeilen, hatten leider ebenfalls wenig Publikum. (Der Redetext bekommt noch einen eigenen Post in den nächsten Tagen.) Dabei hatte sich dieses Mal sogar eine Vertretung der Stadtverwaltung auf die Bühne getraut, nämlich Kulturbürgermeister Tobias Volle. Das Rathaus hatte da die letzten beiden Jahre eher mit Abwesenheit geglänzt. Auch der musikalisch und inhaltlich sehr ansprechende Auftritt von Finna hätte mehr Feiernde verdient gehabt.

Corinna auf einer Bühne - ein bisschen lila und Glitzer auf dm Outfit, im Hintergrund die Gebärdendolmetschperson.
Mit ace Outfit auf einer großen Bühne.

Insgesamt blieb es friedlich auf dem Platz.

Ein Fakt, der sich auch anders hätte darstellen können, denn wegen eines Aufmarsches von Nazis (vulgo „Gegendemonstration“) gab es erhebliche Sicherheitsbedenken.

Etwa vier Wochen vor der Veranstaltung hatte eine Gruppe namens „Der Störtrupp“ oder auch „Störtrupp Süd“ (man beachte die Abkürzung) eben diese Gegendemonstration angemeldet. Das traditionale Kleinfamilienbild diente dafür als Aufhänger. Als weiße Familie gedacht — Personen of Color sind da nicht mitgemeint, wie der Bericht von queer.de beweist. Daraufhin mussten die Veranstaltenden von Spotlight e.V. das Sicherheitskonzept überdenken und mehr Geld für zusätzliche Security ausgeben. Bei einer Veranstaltung, die ohnehin schon wegen eines Sponsoring-Ausfalls finanziell auf der Kippe stand, eine echte Herausforderung.

Diesbezüglich möchten wir auf den Regenbogenschutzfonds für kleinere CSDs aufmerksam machen.

Die lokale bürgerliche Allianz gegen Rechts hatte zu einer Soli-Teilnahme am CSD aufrief, genauso wie der CSD Stuttgart. Hingegen hatte die linke, klassische Antifa wiederum zu eigenen Maßnahmen gegriffen, um den CSD zu schützen. Die Autorin dieser Zeilen meint, dass das einerseits ein nobles Ziel ist, andererseits wirkt es kontraproduktiv, wenn zu diesem Zwecke die Prügelei mit der Nazi-Demo gesucht wird.

… Seufz.

Ein paar Berichte: Filmbeitrag beim SWR, die Pforzheimer Zeitung bei YouTube. Die Ansprache von Schirmchen Sookee ist leider nur auf Facebook oder Insta von Queer Space Pforzheim zu finden.

Und da die Verfasserin dieser Zeilen über ein T-Shirt mit der kuschligen Aufschrift „weich“ so begeistert war, dass sie nach dem Ursprung fragen musste: für überhitzte CSDs gibt es ein passendes Lied von Lumpenpack, das dann auch den Titel zum Beitrag lieferte.

Unsere geplanten Pride-Präsenzen 2025

In der Hoffnung auf trockenes Wetter plant AktivistA auch dieses Jahr wieder, ein paar Prides zu besuchen. Dabei kooperieren wir wie so häufig mit den lokalen Stammtischen/Treffs und Aspec*German.

Der Start ist wie immer in Süddeutschland. Bei Interesse am Mitdemonstrieren könnt ihr einfach auftauchen oder uns bzw. den Aces und Aros Hamburg kurz Bescheid geben. Nutzt dazu unser Kontaktformular, den Aspec*German-Discord, oder, wenn ihr sie schon kennt, die einschlägigen Kanäle. Wir freuen uns über fantasievolle Looks in ace, aro oder apl Farben, sie sind aber logischerweise keine Pflicht.

Zunächst die Terminübersicht …

Samstag, 7. Juni, CSD Karlsruhe: Fußgruppe bei der Demo.

Samstag, 14. Juni, CSD Pforzheim: Infostand.

Samstag, 26. Juli, Stuttgart Pride: Fußgruppe bei der Demoparade
Sonntag, 27.Juli, Stuttgart Pride: Infostand bei der AIDS-Hilfe-Hocketse

Freitag, 1. August bis Sonntag, 3. August, Hamburg Pride, Infostand beim Straßenfest.
Demogruppe am 2. August organisiert durch Asexuelle & Aromantische Community Hamburg.

 

Ein paar Hinweise, und: Eure Prides brauchen Euch!

Zur Basis-Ausrüstung gehören neben zum Wetter passender Kleidung und Sonnenschutz auch Lärmschutz, alkoholfreies Trinken, ggf. Snacks und individuelle Bedarfe.

Achtet bitte auf euch, egal zu welcher Pride-Veranstaltung ihr geht. Schaut vorher, ob die Veranstaltenden Tipps und Sicherheitshinweise für euch haben. Das gesellschaftliche Klima ist rauer geworden, und selbst falls bis Juni irgendwer den Mut hat, ein Verbotsverfahren gegen die AfD einzuleiten: Die Nazis und religiösen Fundis werden davon leider nicht weniger.

Gleichzeitig springen aus diversen Gründen Sponsoren ab — mal, weil die Wirtschaftslage nicht gut ist, mal, weil das Fähnchen im Wind bequemer ist. Alle Organisationen, die CSDs veranstalten, freuen sich über Spenden, klar. Aber manchmal müssen CSDs in eurer Nähe um ihre Existenz kämpfen. Wenn ihr Geld übrig habt, könntet ihr zum Beispiel einen CSD-Verein mit einer Spende oder einer Mitgliedschaft unterstützen.

„Gleiche Rechte für alle heißt nicht weniger Rechte für dich. Das ist kein Kuchen!“

CSD Pforzheim 2024: Polizei, Predigten und Nieselregen

Das Pforzheimer Rathaus mit ungewohnt viel Farbe davor.

 

Schon ein paar Tage her ist der zweite Mini-CSD am 15. Juni in der nominellen Großstadt Pforzheim. Dieses Jahr gab es sogar eine Parade. AktivistA war für dieses Heimspiel mit einem Infostand angerückt, der dann prompt über Mittag mal wieder beregnet wurde.

Logischerweise bedröppelte es ausgerechnet das Ende des Demozugs. Ob die Gegenveranstaltung von diversen Freikirchen am anderen Ende der Fußgängerzone sich wegen dieser Unterstützung von oben auf die Schulter geklopft hat? Wir wissen es nicht. Sicher ist nur, dass die großen Kirchen ihren eigenen ökumenischen Stand auf dem CSD hatten und Segen spendeten, während die fundamentalistischen Kräfte Flyer verteilten, die von Sünde, Hölle und allerlei mehr fabulierten.

Beflaggte Minimuffins.

Der Laune auf dem CSD tat der Regen nun nicht so viel Abbruch. Unser Stand konnte zudem als Dach für gut 200 Mini-Muffins dienen, die von einer netten Person aus Karlsruhe großzügig an Anwesende verteilt wurden. Immer mit passender, selbstgemachter Miniflagge, versteht sich.

Ein passendes Demoschild durfte ich auch ablichten:

„Gleiche Rechte für alle heißt nicht weniger Rechte für dich. Das ist kein Kuchen!“

Neben den Freikirchen trübte auch eine nicht zu verachtende Polizeipräsenz die Stimmung. Ein weitgereister Bekannter meinte, derartig starken Begleitschutz kenne er nur von polnischen Prides. Und wo letztes Jahr mal ein paar blaugewandete Leutchen über den Platz streiften und mir exakt einmal und positiv auffielen, als sie einen sehr berauschten Menschen ansprachen, tauchten sie dieses Jahr teils im Rudel von sechs bis acht Menschen auf, und mit weniger Personen dann so gut alle halbe Stunde. An der Gegendemo konnte es nicht liegen – die lief letztes Jahr schon gesittet ab. Und bei den letzten Wahlen hat die AfD zwar fett Stimmen eingefahren, aber die Rechten waren ja letztes Jahr auch schon da (und laufen eh jeden Montag seit Corona demonstrieren).

Aus Gründen, die wir nicht nachvollziehen können, weigerten sich beide größeren Zeitungen, in ihren Berichten die geschätzte Teilnehmendenanzahl anzugeben. Es fühlte sich nach weniger Menschen an als letztes Jahr. Ob es das Wetter war oder all die Polizei, die ausdauernde Sitzgrüppchen junger Leute tendenziell eher ungemütlich machte und zu frühzeitigen Heimfahrten führte? Wahrscheinlich beides.

Die CSD-Saison rückt näher …

Noch ein paar Tage, dann beginnt der Pride Month, und mit ihm die CSD-Saison für AktivistA.

Ein Frosch in Ace-Farben, der „Be Gay“ (do crimes) sagt.

Wo könnt ihr Menschen von AktivistA im Juni treffen oder wenigstens Flyer abgreifen?

Wir sind mit Infostand und Demogruppe am 1. Juni in Karlsruhe. Im Gepäck für den Infostand sind neben all dem Papier wie immer passende Flaggen, Armbänder und eine erweiterte Buttonkollektion.

Die Demogruppe ist für Aces, Aros, Apls und überhaupt das komplette A*spec offen. Wer spontan bei der Demogruppe mitlaufen möchte, melde sich am Infostand oder vorab z. B. per Discord, Facebook, Insta oder über das Kontaktformular. Denkt bei Demos bitte an wettergerechte Ausrüstung und ausreichend Snacks und Nichtalkoholisches in einer möglichst bruchsicheren Flasche. Gegebenenfalls sind auch Ohrstöpsel sinnvoll, meist wird es recht laut.

 

Eine Woche später, am 8. Juni, ist in Übach-Palenberg der CSD für den Kreis Heinsberg. Dort findet ihr einen Ally mit Flyern, den neuen Broschüren und einer kleinen Ausstattung Goodies.

 

Und noch eine Woche später geht es in Baden weiter: Wir haben am 15. Juni einen Infostand beim CSD Pforzheim.

 

Die weiteren Termine stehen leider noch nicht so ganz fest, wir arbeiten aber an Stuttgart und Hamburg. Wer sich da zum Helfen motiviert fühlt, nutze bitte ebenfalls die gängigen Kontaktmöglichkeiten.

CSD Pforzheim oder: Einmal Ace vom Grill, bitte

Diesmal nicht so viele Menschen in lila.

So einen kleinen CSD hatten wir als Verein noch nie: Spotlight Pforzheim (vormals: Aids-Hilfe) hatte den ersten CSD Pforzheim ausgerufen. Pforzheim, um die 100’000 Einwohnende, AFD- und Evangelikalen-Hotspot, liegt mitten zwischen Karlsruhe und Stuttgart.

Mit nur vier Wochen Vorlaufzeit hatte Spotlight sich ganz schön was vorgenommen. Es sollte 20 Stände auf dem Marktplatz vor dem Rathaus geben, aber noch keine Parade.

Und da AktivistA seinen beim Finanzamt bekannten Sitz in Pforzheim hat, war klar: Da sollten wir auftauchen. Dank vier lieber Menschen von den Stammtischen Karlsruhe und Rhein-Neckar ist das auch gelungen.

Beim Aufbau schwitzten wir schon, und bis gut 14 Uhr wurden wir regelrecht gegrillt, wenn uns nicht mal wieder eine Brise die Flyer vom Tisch fegte. Glücklicherweise hatten wir wenigstens das Zelt festgebunden, sodass wir dem Linken Zentrum nebenan noch wasserbefüllbare Beschwerfüße ausleihen konnten.

Und was war noch außer Wetter?

Das Aufkommen von anderen Ständen fanden wir recht ungewöhnlich, da außer uns nur zwei lokal aktive queere Gruppen gekommen waren. (Wobei: So viel mehr gibt es in der Region auch nicht.) Einen Segen-to-go konnte sich eins von der Evangelischen Stadtkirche abholen, die katholischen Pfadfinder St. Georg hatten eine Chill-Area aufgebaut, außerdem gab es Parteien und viel Essen.

Der Grund für das hohe kirchliche Aufkommen können wir euch auf verraten: Eine recht neue baptistische Gemeinde scheint als einziges Thema bei den Predigten die Verurteilung von homo- und transsexuellen Menschen zu kennen. Wer sich gruseln will: Queer.de hat mittlerweile ein eigenes Schlagwort dafür.

Damit hatte AktivistA den einzigen Stand mit Merchandise, den wir dann auch fleißig unter die anwesenden Aces und Aros brachten. Wie immer waren das mehr, als eins auf den ersten Blick erwartet hätte. Hier sei auch noch mal einer zugereisten Person gedankt, die wie bereits in Karlsruhe beflaggte Mini-Muffins verteilte.

Und außerdem bekamen wir noch was geschenkt:

Ein Frosch in Ace-Farben, der „Be Gay“ (do crimes) sagt.

Ursprünglich hatte Spotlight mit etwa 200 Besuchenden gerechnet – über den Tag schauten dann etwa fünf Mal so viele Menschen vorbei.

Von den Drag Shows hatten wir am Stand nicht so viel, dafür aber von der Musik. Wärmstens ans Herz legen möchte ich euch Narcissus, ein Mensch mit gelben Haaren und ordentlich Talent.