Monat: August 2019

Programm AktivistA 2019

Etwa fünf Wochen vor unserer Konferenz mit überregionalem Treffen haben wir hier das hoffentlich abschließende Samstags-Programm für euch und suchen ein paar Leute für ein außerplanmäßiges Forschungsprojekt am gleichen Tag.

Baendchen

Zuerst wird euch Carmen von Nixblix‘ simple Sicht der Dinge „Sechs Farben Ass – Über Coming Outs, Bullshit Bingos und andere Interaktionen“ vorstellen. Wir bekommen Einblicke in ein Kunst- und Erzählprojekt, die Welt drumherum und den Arbeitsprozess dazu.

Balthazar (Gender Studies, Uni Freiburg) beschäftigt sich mit „A_sexualität und queere Communities – Solidarität, Ausschlüsse, Konflikte“. Dass die Meinungen bei dem Thema häufig auseinanderklaffen, ist bekannt. Wir bekommen einen kurzen Input-Vortrag und haben dann viel Zeit für eigene Meinungen und Erfahrungen.

Nach der Mittagspause geht es mit einem ziemlich vernachlässigten Thema weiter. Woher erhält der Nachwuchs eigentlich Informationen, beziehungsweise erhält er sie überhaupt? Annika Spahn (Uni Freiburg, Uni Basel) beleuchtet daher „A_sexualität in Schule und Bildung“.

Abschluss unseres Programms ist eine Diskussionsrunde zum Thema Grenzen. Als a_sexuelle Menschen haben wir ja oft andere Grenzen als die Mehrheit bei dem, was wir sozial akzeptabel finden. Gleichzeitig finden es viele sozial akzeptabel, unsere Grenzen mit indiskreten Fragen zu überschreiten. Auch gegen Zweifel an unserer Selbstbeschreibung müssen wir uns häufiger abgrenzen. Vielleicht gelingt es im Gespräch, nicht nur Grenzen auszuloten, sondern auch Möglichkeiten zu finden, wie das mit dem Grenzen Ziehen besser gelingt.

Und dann ist hier das außerplanmäßige Forschungsprojekt, das nach dem letzten Programmpunkt ansetzt:

Teilnehmer*innen für Gruppendiskussion zu Asexualität in der Medizin gesucht

Liebe AKTIVISTA-Menschen,

Ich heiße Annika und schreibe aktuell an meiner Doktorarbeit an den Universitäten Freiburg (D) und Basel (CH). Darin versuche ich herauszufinden, wieso die gesundheitliche Lage von LSBATIQ-Personen in Deutschland und der Schweiz so schlecht ist. Im Rahmen dessen geht es mir auch um die Erfahrungen, die a_sexuelle Menschen als Patient*innen gemacht haben. Dazu will ich mit euch eine Gruppendiskussion durchführen, wo es vor allem um die Sexualmedizin gehen soll (Gynäkologie, Andrologie, Psychologie, Endokrinologie, Urologie).

Die Gruppendiskussion soll ca. eine Stunde dauern. Ich werde eine Audio-Aufnahme machen und diese dann transkribieren und dabei alle Angaben anonymisieren (Namen, Orte, Dialekte etc.).

Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir gerne unter Annika.spahn@unibas.ch

Ich würde mich freuen, wenn ihr mein Forschungsvorhaben unterstützen würdet!

Liebe Grüße,

Annika

Kleiner Nachtrag: Für diese Diskussion wird natürlich ein separater Raum zur Verfügung stehen.

 

Klingt nach einem würdigen fünften Versuch, meinen wir. Ihr hoffentlich auch? Bitte anmelden nicht vergessen, wenn ihr kommen wollt.

Frischer Wind auf dem CSD Braunschweig

Es begab sich aber am 10. August 2019 in Braunschweig … dass es wieder einmal Zeit für den CSD war, in jener Stadt Sommerlochfestival genannt.

In diesem Jahr gab es einen Neuzugang zu verzeichnen – oder nein, eigentlich zwei. Der Stammtisch Amazing Aces und der Verein AktivistA waren mit einem gemeinsamen Infostand auf dem Schlossplatz vertreten.

Die handgemalten Schilder konnten sich sehen lassen.

Der niedersächsische Wind ließ nicht nur die vielen Flaggen lustig flattern, sondern hätte auch gern das Informationsmaterial über den ganzen Platz geweht. Davon abzuhalten war er nur mit in letzter Minute noch besorgten Steinchen.

Ursprünglich sollten die Stände erst um 14 Uhr öffnen, aber es bauten doch alle schon gegen 12 Uhr auf, so auch wir. Das war auch gut so, denn vor dem Start der Demo um 13 Uhr flutete die Menge bereits den Platz und wer sich Ace-Sticker an den Latz pappen wollte, konnte sich bei uns schon einmal eindecken.
An der Demo selbst nahm der größte Teil der Truppe vom Stand mit Schildern und Flaggen teil, nur die Verfasserin dieser Zeilen blieb sitzen und sah das Spektakel vorbeziehen. Während der Zug unterwegs war, war auf dem Schlossplatz eher wenig los; er füllte sich wieder, als die Demo an ihrem Ausgangspunkt eintraf, und blieb dann für die nächsten paar Stunden recht belebt.
Wir konnten interessierte Nicht-Aces mit Informationsmaterial versorgen und ein paar Fragen beantworten sowie Aces mit Aufklebern und Buttons glücklich machen. Was die runden Dinger mit den Nadeln betrifft, stellte sich heraus, dass wir zu wenige eingeplant hatten, insbesondere das Kätzchen-Motiv war schnell vergriffen. Es waren doch so einige ähnlich empfindende Gestalten auf dem Braunschweiger CSD unterwegs, viele schon aus der Ferne an eigenen Flaggen zu erkennen.
Es war ein schöner Tag! Nächstes Jahr gern wieder!

Nachtrag: Inzwischen wurde auch auf dem Blog von Amazing Aces ein Bericht veröffentlicht. Bitte hier entlang!

Regen im Schwabenländle

Am letzten Wochenende schon war CSD in Stuttgart.

Die kleinste und logischerweise feinste Fußgruppe auf der Demoparade findet ihr ab Minute 41:00 bei diesem Filmchen auf Youtube. (Der Rest lohnt sich auch zu gucken, es sind schöne Ideen und wichtige Anliegen bei.)

Der Regen begann am Samstag erst nach der Demo.

Am Sonntag fuhr ich bei Nieselregen weg, wir bauten bis 13 Uhr auf und bastelten uns dann erst einmal mit dem Nachbarstand eine Regenrinne. Gaffer-Tape (von drüben) und Plastik (unseres) sind manchmal echt nützlich. Die jugendliche Begleitung von der Antidiskriminierungsstelle nebenan hatte fast so viel Spaß wie ich dabei, diese Regenrinne in regelmäßigen Abständen zu leeren. Wasserspiele für große und kleine Kindsköpfe, also.

Bloß das Papier war nicht so begeistert.

regenrinne

Als es dann nach 14 Uhr mit regnen aufhörte, sah der Stand so aus:

infostand

Zeitweilig besetzten wir ihn mit sechs Personen. Wegen des eher unbeständigen Wetters war nicht ganz so viel los wie in den letzten Jahren, aber wir wurden trotzdem ganz gut Infomaterial los, die Leute freuten sich über Buttons und Armbänder,  und wir konnten viele nette Gespräche führen.

Und damit noch zu einer netten Idee von unseren gelegentlichen Kooperations-Partner*innen von Bi-in-BW: Bisexualität als Schirmbegriff.

bi-schirm

Damit ist Süddeutschland mit den CSDs für 2019 durch und die BaWü-Fraktion kann sich auf unsere kleine Konferenz im September konzentrieren.

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