Kategorie: Verein

Frischer Wind auf dem CSD Braunschweig

Es begab sich aber am 10. August 2019 in Braunschweig … dass es wieder einmal Zeit für den CSD war, in jener Stadt Sommerlochfestival genannt.

In diesem Jahr gab es einen Neuzugang zu verzeichnen – oder nein, eigentlich zwei. Der Stammtisch Amazing Aces und der Verein AktivistA waren mit einem gemeinsamen Infostand auf dem Schlossplatz vertreten.

Die handgemalten Schilder konnten sich sehen lassen.

Der niedersächsische Wind ließ nicht nur die vielen Flaggen lustig flattern, sondern hätte auch gern das Informationsmaterial über den ganzen Platz geweht. Davon abzuhalten war er nur mit in letzter Minute noch besorgten Steinchen.

Ursprünglich sollten die Stände erst um 14 Uhr öffnen, aber es bauten doch alle schon gegen 12 Uhr auf, so auch wir. Das war auch gut so, denn vor dem Start der Demo um 13 Uhr flutete die Menge bereits den Platz und wer sich Ace-Sticker an den Latz pappen wollte, konnte sich bei uns schon einmal eindecken.
An der Demo selbst nahm der größte Teil der Truppe vom Stand mit Schildern und Flaggen teil, nur die Verfasserin dieser Zeilen blieb sitzen und sah das Spektakel vorbeziehen. Während der Zug unterwegs war, war auf dem Schlossplatz eher wenig los; er füllte sich wieder, als die Demo an ihrem Ausgangspunkt eintraf, und blieb dann für die nächsten paar Stunden recht belebt.
Wir konnten interessierte Nicht-Aces mit Informationsmaterial versorgen und ein paar Fragen beantworten sowie Aces mit Aufklebern und Buttons glücklich machen. Was die runden Dinger mit den Nadeln betrifft, stellte sich heraus, dass wir zu wenige eingeplant hatten, insbesondere das Kätzchen-Motiv war schnell vergriffen. Es waren doch so einige ähnlich empfindende Gestalten auf dem Braunschweiger CSD unterwegs, viele schon aus der Ferne an eigenen Flaggen zu erkennen.
Es war ein schöner Tag! Nächstes Jahr gern wieder!

Nachtrag: Inzwischen wurde auch auf dem Blog von Amazing Aces ein Bericht veröffentlicht. Bitte hier entlang!

Regen im Schwabenländle

Am letzten Wochenende schon war CSD in Stuttgart.

Die kleinste und logischerweise feinste Fußgruppe auf der Demoparade findet ihr ab Minute 41:00 bei diesem Filmchen auf Youtube. (Der Rest lohnt sich auch zu gucken, es sind schöne Ideen und wichtige Anliegen bei.)

Der Regen begann am Samstag erst nach der Demo.

Am Sonntag fuhr ich bei Nieselregen weg, wir bauten bis 13 Uhr auf und bastelten uns dann erst einmal mit dem Nachbarstand eine Regenrinne. Gaffer-Tape (von drüben) und Plastik (unseres) sind manchmal echt nützlich. Die jugendliche Begleitung von der Antidiskriminierungsstelle nebenan hatte fast so viel Spaß wie ich dabei, diese Regenrinne in regelmäßigen Abständen zu leeren. Wasserspiele für große und kleine Kindsköpfe, also.

Bloß das Papier war nicht so begeistert.

regenrinne

Als es dann nach 14 Uhr mit regnen aufhörte, sah der Stand so aus:

infostand

Zeitweilig besetzten wir ihn mit sechs Personen. Wegen des eher unbeständigen Wetters war nicht ganz so viel los wie in den letzten Jahren, aber wir wurden trotzdem ganz gut Infomaterial los, die Leute freuten sich über Buttons und Armbänder,  und wir konnten viele nette Gespräche führen.

Und damit noch zu einer netten Idee von unseren gelegentlichen Kooperations-Partner*innen von Bi-in-BW: Bisexualität als Schirmbegriff.

bi-schirm

Damit ist Süddeutschland mit den CSDs für 2019 durch und die BaWü-Fraktion kann sich auf unsere kleine Konferenz im September konzentrieren.

Neuer Untertitel

Das neue Jahr bringt eine kleine Neuerung mit sich: Wir haben beschlossen, den Untertitel unseres Namens von „Verein zur Sichtbarmachung von Asexualität“ in „Verein zur Sichtbarmachung des asexuellen Spektrums“ zu ändern.
Der Grund dafür: Wir möchten Menschen stärker ansprechen, die sich als gray-A, demisexuell etc. verstehen. Außerdem möchten wir die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass A_sexualität auf einem Spektrum existiert und die Empfindungen und Erfahrungen von Menschen innerhalb dieses Spektrums sich stark voneinander unterscheiden können.
Wir werden den Untertitel auf unserem Material nun nach und nach ändern. In Arbeit ist übrigens auch ein eigener Flyer zum Thema Demisexualität.

AktivistA 2019: Termin steht

acevengers assemble

Wir können stolz berichten, dass unsere Konferenz 2019 in die fünfte Runde gehen wird. (Uff. So lange machen wir das schon?)

Wie gehabt werden wir in Stuttgart tagen und haben uns diesmal fernab der Ferien den 20. bis 22. September ausgesucht.

Mit dem Sonntag experimentieren wir weiter, daher gibt es diesmal eine gemütliche Runde nach dem Frühstück in der Weissenburg.

Wer kommen möchte: Bitte benutzt unbedingt das Formular auf der entsprechenden Unterseite. Wir haben nur vierzig Plätze und müssen entsprechend planen.

Wir freuen uns auf euch!

AktivistA 2018 – Eine Zusammenfassung mit mindestens drei Schätzen

„AktivistA 2018“ – Unter diesem Wegweiser ging es zur diesjährigen Konferenz mit überregionalem Treffen. Mit 39 Menschen hatten wir einen Besucherrekord und mussten erstmalig die Klappstühle der Weissenburg bemühen, um alle unterzubringen.

Die Vortragssuche gestaltete sich leider etwas schwierig – für den dritten Vortrag hatten wir zwei Absagen, und Balthazar vom Podcast Buchstabensuppe war ebenfalls kurzfristig erkrankt. Die Erkältungssaison ist offenbar in vollem Gange, denn auch unter den Anwesenden schniefte eine Handvoll leicht bis mittelschwer.

Immerhin hatten wir herausgefunden, dass die Weissenburg eine Maschine für Kannenkaffee hat und außerdem Heißwasser für Tee zu bekommen war, sodass es zumindest an warmen Getränken nicht mangelte und trockene Kehlen mit und ohne Coffein geschmiert werden konnten.

Eine ultrasüße Überraschung brachte Schatz Nr. 1, ein netter Mensch aus Anaphrodits Blase, mit:

Ace-Pride-Freundschaftsbändchen! Noch viel besser als die ursprünglich in der Verpackung enthaltenen Bonbons …

Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde und einer diesmal fast unfallfreien Pizzabestellung hatte Carmen von Das Nixblix den ersten Vortrag: „Danke, aber meine Worte gefallen mir besser. Über Deutungshoheit und wie wir sie erlangen können.“

Es ging darum, dass die Darstellung von Menschen aus dem asexuellen Spektrum in den Medien zu sehr großen Teilen zu wünschen übrig lässt. Selten kommen a_sexuelle Menschen selbst zu Wort, ohne dass ihre Worte kommentiert werden. Diese Kommentare, zumeist von allosexuellen Menschen verfasst oder in Mikrofone gesprochen, können unterschwellig abwertend wirken oder die Glaubwürdigkeit der interviewten Person infrage stellen.Manche Medien suchen auch explizit oder unterschwellig nur Interviewpartner*innen, die unhinterfragbar asexuell sind.

Nach dem Vortrag wurde heftig debattiert, ob und wie sinnvoll es ist, Interviews zu geben, und ob und wie mensch sich das Medium herauspicken sollte. Während manche der Ansicht sind, dass es auch sinnvoll ist, sich mit eher oberflächlichen bis erfahrungsgemäß  respektlosen Medien (wie der Bildzeitung) zu unterhalten, möchten andere eben nicht Teil eines Kuriositätenkabinetts sein oder vorgeführt werden.

Am Ende kann mensch feststellen, dass es auf keinen Fall Sinn ergibt, sich zu weit aus der eigenen Komfortzone zu bewegen. Was Menschen aushalten können, wie ihr Umfeld so tickt und wo sie arbeiten, muss immer Teil dieser Erwägungen sein.

Einig waren wir uns aber, dass es bei aktiven Menschen nicht so gut ankommt, viel herumzujammern, wie schlecht alles ist und wie wenig Verständnis es gibt, aber selbst nicht dazu bereit zu sein, etwas an der (eigenen) Situation zu ändern, obwohl die Person vom Umfeld her dazu in der Lage wäre.

Eine detailliertere Zusammenfassung ist geplant.

Als zweites war ich selbst mit „Wir, die Anderen und die Neurobiologie“ eingesprungen. Grob ging es darum, das eigene Gehirn besser kennenzulernen und zu wissen, warum Menschen den Rest der Welt so gerne in „Wir“ und eine gesichtslose Masse von „Die Anderen“ unterteilt. Sobald ein Mensch nämlich weiß, dass Hunger weniger empathisch macht und dass es manchmal nicht sinnvoll ist, auf das eigene Bauchgefühl zu hören, kann ein Mensch bei Debatten über „die Homolobby“, „die Flüchtlingswelle“ und vielerlei mehr einen klareren Kopf bewahren.

Auch hier plane ich eine detaillierte Zusammenfassung. Auf die Literatur verlinke ich vorsichtshalber aber jetzt schon: Sapolsky, Kahneman, Serano

Nach der Pizza gab es zum zweiten Mal eine Art Improshow, die hoffentlich keine Tradition wird, denn wir wünschen allen bisherigen und zukünftigen Referent*innen nur die beste Gesundheit. Balthazar vom Podcast Buchstabensuppe bzw. vom Queer-Lexikon hatte mir am Vorabend noch die Folien geschickt — Danke, du bist ein Schatz.

Dadurch hatten Yannic und ich die Möglichkeit, uns sehr kurzfristig auf den neuesten Stand zu bringen und einen stark verkürzten, aber hochinteressanten, Abriss über die „Dritte Option“ zu geben. Für welche Menschen ist ein dritter Geschlechtseintrag („divers“ beispielsweise) interessant? Was sagen die Gesetze bis jetzt, wie kam es dazu, dass das Bundesverfassungsgericht eine neue Regelung forderte, und was soll diese Regelung nach Meinung der betroffenen Personen am besten beinhalten?

Nach einer Diskussion kamen wir zu dem Schluss, dass es rechtlich einfacher wäre, den Geschlechtseintrag komplett abzuschaffen, als eine dritte Option anzubieten. Im Personalausweis geht’s ja auch ohne … Allerdings ist es wahrscheinlich so, dass die Gesellschaft im Ganzen noch nicht so weit ist, auf derartige Schubladen zu verzichten.

Da der Abriss ja so verkürzt war und ich selbst nicht so tief im Thema drinstecke, werde ich keine Zusammenfassung schreiben und stattdessen auf das FAQ von „dritte Option“ verweisen, die die wichtigsten Fragen besser beantworten, als ich es je könnte.

Als letzter Punkt folgte eine Diskussionsrunde darüber, was die Community braucht. Es stellte sich zunächst als etwas schwierig dar, zu definieren, wer „die Community“ überhaupt ist. Am Ende kamen wir zu der Arbeitsdefintion, dass es sich um die Gesamtheit aller Menschen handelt, die sich zum asexuellen Spektrum gehörig fühlen oder sich dazugehörig fühlen könnten, aber davon noch nie etwas gehört haben. Und das völlig unabhängig davon, ob diese Menschen mit der „queeren Buchstabensuppe“ LSBTTIQAPetc. etwas anfangen können oder nicht.

Meine Notizen werden sich spätestens zur Asexual Awareness Week in einem Artikel niederschlagen.

Wir stellten insgesamt fest, dass ein großer Bedarf an Vernetzung und „einfach nur reden“ besteht, sodass wir eine Diskussionsrunde als festen Bestandteil des nächstjährigen Treffens planen.

Am Abend bewirtschaftete dann Sven von Schwulst e.V. zum dritten Mal die Theke (daher Schatz Nr. 3) und hatte hoffentlich daran genauso Freude wie wir.

Vor allem: Flirt Zero, ähh, Zero flirts were to be had. – Null Flirts wurden festgestellt. Eine Wohltat für solche, die beim Ausgehen vielen hetero- bzw. allosexuellen Menschen begegnen …

… auch wenn Brustvergrößerungen dank seltsamer Werbung auf den Bierdeckeln am Freitag zu einem Running Gag geworden waren.

Zum Schluss noch ein großes Dankeschön an meine Schätze im Verein für die tatkräftige Unterstützung mit den Anmeldungen, für die Moderation der zugehörigen WhatsApp-Gruppe und Maillingliste, für die Betüddelung am Freitag, als ich noch auf Arbeit war, für „hast du eigentlich schon …?“-Erinnerungen und so weiter, ohne die das alles wie immer nicht zu stemmen gewesen wäre.

Details zum CSD Stuttgart

So, noch eine Woche bis zur CSD-Polit-Parade „Expedition Wir“ in Stuttgart am 28.07.2018

Die Kombigruppe AktivistA mit Bi-in-BW hat die Startnummer 36 von 90.

Wer noch kurzfristig mitmarschieren will, trägt sich am besten in dieses Doodle ein. Wir freuen uns über alle, die Lust haben, Flagge zu zeigen oder uns ohne Flagge durch reine Anwesenheit unterstützen.

Die Aufstellung für Fußgruppen beginnt ab 14:30 Uhr in der Böblinger Straße, zwischen der U-Bahn-Haltestelle Erwin-Schöttle-Platz und Adlerstraße. Die Fußgruppen sammeln sich auf den Gehweg, dort sind auch die Nummern und Namen der jeweiligen Gruppe angeschrieben. Eine grobe Übersicht über die Strecke findet ihr hier. Die Kundgebung findet um 18:30 Uhr statt, also werden wir uns eine Stunde lang aufstellen und dann ca. 2,5 Stunden unterwegs sein.

Dieses Jahr haben wir wie in Karlsruhe ein Lastenrad am Start und natürlich dürfen Luftballons nicht fehlen. Auf dem Lastenrad werden die Flyer transportiert und dieses bietet noch genügend Platz für eure Rucksäcke oder Taschen.

Wir haben für euch Hinweise zum Überleben von CSD-Demoparaden zusammengestellt. Wichtig: Ausreichend Flüssigkeit und Schutz vor Sonnenbrand respektive Regen, je nach Wetter.

Über Menschen, die am 28.07. noch helfen möchten bei den finalen Vorbereitungen (Luftballon aufblasen, zu Flaggen zusammenknoten etc.), freut sich die Organisatorin Svenja Angerer und bittet Interessierte, sich bei ihr zu melden: svenja.angerer@bi-in-bw.de

Und am Sonntag werden sowohl Bi-in-BW als auch wir mit einem Infostand auf der Hocketse mit dabei sein.

AktivistA findet ihr in der Stiftstraße auf Standnummer K26. Wir freuen uns über Besuch!

Windig, aber kein Durchzug

 

Letzten Samstag hatten wir also beim Freiburger CSD einen Infostand. Statt dem für das Breisgau zu erwartenden Saunafeeling war es im Schatten kühl und ziemlich windig, sodass wir unsere Flyer trotz neuer lila Glassteinchen mit Gummis sichern mussten.

Während der Demoparade (von 13 bis 17 Uhr) war es auf dem Stühlinger Kirchplatz recht ruhig, dafür machte der Name „Familienfest“ dem Ganzen alle Ehre – hier waren gefühlt mehr Eltern mit Kindern unterwegs als in Karlsruhe, was sicher auch daran lag, dass wir an einem Weg und nicht in einer ruhigen Ecke platziert waren. Andererseits pustete uns deswegen die Musik zwischenzeitlich die Ohren weg.

Die Anfahrt hatte sich dennoch gelohnt, da das Publikum zahlreich war. Mit einem derartigen Andrang hatten die Veranstalter*innen offenbar nicht gerechnet. Allein an der Demoparade nahmen geschätzt 10’000 Menschen teil. Der einzelne Foodtruck und die fünf Dixiklos auf Platz waren daher ab 18 Uhr komplett überlastet.

All dies trübte jedoch die Laune nicht, da dieses Publikum zumeist sehr interessiert war – trotz des Windes standen also die Ohren bei den wenigsten auf Durchzug.

Fazit: Wir kommen wieder.

 

CSD Karlsruhe 2018

Am Samstag war also Christopher Street Day in Karlsruhe. Aber wie das so ist: Die Arbeit fängt vorher an, vor allem, wenn mehrere Gruppen zusammen auf der Demo laufen wollen. Wir hatten mit Bi-in-BW drei Planungstreffen und einen Bastelnachmittag:

Pünktlich zur CSD-Saison waren auch unsere neuen Broschüren angekommen, die wir dann mit einem motivierten und farblich passenden Team am Samstag am Stand verteilten.

In der Wunderkugel nebenan befanden sich die gesammelten Bi- und Pan-Gruppen von Bi-in-BW:

Neben dem Aufbau der Zelte war auch noch ein Lastenrad zu dekorieren:

Fertig und mit wirklich sympathischer Besatzung sah das dann vor vorne so aus:

Und selbige Besatzung fotografierte denn auch gleich die Truppe von hinten. Wir waren mindesten zwanzig Personen plus Spontananschlüsse. Hier Danke auch für die anderen Bilder!

Wir sind auf der Stecke gut Flyer losgeworden – die zwei Stunden bei knapp dreißig Grad und in praller Sonne haben sich also gelohnt.

Am Stand hatten wir mittlerweile viel Publikum, das uns schon kannte oder zumindest mit der Flagge was anfangen konnte. Liebe Merchandiser: Es würde sich lohnen, Zeugs mit unserer Flaggendeko herzulegen.

 

 

 

AktivistA 2017 – Schön/anstrengend

oder: Eine Rekapitulation der AktivistA 2017 – Konferenz und überregionales Treffen für deutschsprachige a_sexuelle Menschen

Weil das Wetter zu wünschen übrig ließ, hier ein Eindruck des Zentrums Weissenburg von außen von einem anderen Jahr:

weissenburg-wandgemaelde-aussen

Innen hatten wir wie immer gebeten, das Fotografieren zu unterlassen, um nicht unabsichtlich Menschen zu outen.

Schon am Freitagabend hatten sich einige Menschen, die früher angereist waren, zum Essen getroffen.

Am Samstag begann dann offiziell um kurz vor zehn unsere Veranstaltung mit einer kleinen Rede meinerseits und einer Vorstellungsrunde.

Als erstes durften wir dann Jordan T. A. Wegberg begrüßen, von Berufs wegen Autor und Übersetzer, der letztes Jahr bei der EuroPride Con auf unsere Minderheit aufmerksam wurde und beschloss, das Thema gleich in seinem nächsten Werk zu berücksichtigen. Dieses hatte zum Zeitpunkt der Konferenz noch keinen Verlag – wenn sich also wer bemüßigt fühlt, hier ist ein Prozent der lesenden Bevölkerung, die das Teil fast unbesehen kaufen würde …

Trotzdem bekamen wir einen exklusiven Einblick in die Entstehungsgeschichte des Romans – Recherchequellen und die ultrageheimen Fotos eingeschlossen, die als Vorbilder für die Protagonisten dienen. In der zweiten Hälfte des Vortrags las Jordan T.A. Wegberg aus jenem Nebenhandlungsstrang, in dem A_sexualität besonders zum Tragen kommt, und wurde gleich noch gelöchert, was denn die Betaleser*innen dazu zu sagen gehabt hätten. Für eine noch offene Frage fand Jordan dann hoffentlich im persönlichen Gespräch mit anderen Anwesenden eine passende Antwort.  Mehr wird nicht verraten, außer, von einer nicht ganz so renommierten Kollegin: Das Ace in der Geschichte fühlt sich sehr wahrhaftig an und der Rest klingt auch schweinemäßig spannend.

Überbrückt werden kann die Wartezeit unter anderem mit „Meine Mutter, ihr Exmann und ich“.

Da Annika Spahn erkrankt war, aber die Folien geschickt hatte, gab es ein von Yannic und mir moderiertes Gespräch über die Folien, das sich zu einer längeren Diskussion auswuchs – Details folgen in einem eigenen Beitrag.

Die Diskussion zog sich auch deswegen, weil die Pizza nicht so schnell eintraf wie erhofft. Hier vielen Dank an Jürgen, der sich über die Bestellung den Kopf zerbrochen hat und mit dem Online-Auftritt des Restaurants kämpfte, während der Rest der Anwesenden Jordan Wegberg lauschen konnte.

Die Pizza entschädigte allerdings mit u.a. erstaunlich viel Käse (für die nicht-veganen Menschen) für ihr verspätetes Eintreffen und hielt dementsprechend lange vor.

Etwas verspätet stürzten wir uns dann auf Punkt Drei: PANdemiC gab einen kurzen Einblick in die Polyamorie, sowie deren Vorteile und Gefahren für a_sexuelle Menschen. Auch dazu später mehr.

Als vierten Programmpunkt sahen wir einen Bachelor-Kurzfilm, „Herz Ass“, der demnächst bei YouTube verfügbar sein wird. KEINE neuerliche Doku, wie manche schon befürchtet hatten, sondern wirklich eine künsterlisch wertvolle Erzählform. Die Regisseurin gab nach der Vorführung Einblicke in den Entstehungsprozess mit Recherche. Der Film wurde realisiert mit einem Budget von unter 1000 Euro, von einer Erstlingsregisseurin innerhalb von ca. drei Monaten geschrieben und gedreht: Hut ab für das Ergebnis.

Für Gänsehautfeelnig sei empfohlen, den Film nicht auf einem Laptop, sondern einer Leinwand zu genießen.

An dem Werk entzündete sich eine längere Diskussion – wer fand sich wo in der Geschichte wieder? Was war vielleicht problematisch? Würden wir das weiterempfehlen?

Schlussendlich: Keine Geschichte kann das Erleben aller a_sexuellen Menschen widerspiegeln. Aber sie kann darauf hinweisen, dass wir existieren, dass wir viele sind, dass es völlig in Ordnung ist, sich eine Beziehung ohne Sex zu wünschen, und dass diese trotz gegenteiliger Vorstellungen der Gesellschaft zählt.

Und wie im letzten Jahr kamen wir zu dem Schluss, dass es mehr Geschichten braucht.

Eigentlich hatten wir geplant, danach noch eine Diskussionsrunde zu veranstalten. Obwohl der Verein den Input zu schätzen gewusst hätte: Allen rauchten nach den vier Beiträgen die Köpfe, sodass wir gleich zum geselligen Teil des Abends übergingen.

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Früher Szenetreffpunkt, heute Automatencasino – sic transit gloria mundi? Foto von DasTenna.

Am Sonntag führte uns der wunderbare Sven von Schwulst e.V. durch die schwullesbische Geschichte Suttgarts.  Ein Bunkerhotel, ein Stolperstein und zwei schwule Könige – und das ist nur der Anfang … Die warmen Seiten der Stadt sozusagen, während uns wieder ein recht kühles Lüftchen umwehte. Auch manch zitiertes Schriftstück aus dem Dritten Reich verursachte ein Schauern, da es unangenehm an aktuellere Äußerungen seitens rechtskonservativer Parteien erinnerte.

Aber wenigstens schien am Vormittag die Sonne.

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Gegenüber des Rotlichtviertels dann ehrbare und religiös motivierte Baukunst.  Foto von DasTenna.

Die Szeneführung sei hiermit allen ans Herz gelegt, die es zu einem passenden Termin in die Landeshauptstadt Baden-Württembergs verschlägt.

Danach eigentlich schon geplättet, zogen die anwesenden Vereinsmitglieder zu ihrer jährlichen Versammlung weiter – rauchende Köpfe, Teil 2. Die Ergebnisse trefft ihr hoffentlich demnächst hier auf dieser Seite und anderswo.

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