Schlagwort: Konferenz

AktivistA 2021 – die Konferenz-Rückschau, Teil 1

Nachdem ich mich nun vom Wochenende gut erholt habe, hier ein Rückblick auf die Konferenz mit überregionalem Treffen in Stuttgart.

Mit knapp 20 Menschen waren wir etwas schlechter besucht als vor der Pandemie, was aber angesichts der Umstände keineswegs überraschte. Trotzdem empfing uns das Zentrum Weissenburg wie immer herzlich. Die Besetzung kümmerte sich mehr als rührend um uns. Danke!

Die Autorin hat gleich eine Weissenburg-Tasse gekauft.

Auch die Orga mit dem teilweise neuen Team klappte gut.

Das Unkonferenz-Experiment – mit Ergebnissen!

Die kleine Anzahl von Menschen war direkt praktisch für ein Experiment, das ichvorhatte. Bisher hatte ich von „Unkonferenzen“ nämlich nur gelesen. Dabei geht es darum, gemeinsame Themen auszumachen, diese zu besprechen und am Ende eventuell ein paar Ergebnisse vortragen zu können.

Zur Themenfindung nutzten wir die Vorstellungsrunde. Neben ein paar Einzelthemen kristallisierten sich schnell zwei größere Komplexe heraus.

Es gab viel zu reden, sodass für die Pizzarunde am Mittag die mitgebrachte Pausenglocke nötig war. Die Anwesenden fühlten sich gleich wohl, obwohl sich nur wenige bereits persönlich kannten.

Thema 1: Coming-out?

Zum Thema Coming-out wurde natürlich vor allem Privates geredet, das hier nichts verloren hat.

Ein paar grundsätzliche Erwägungen beim Coming-out gibt es aber schon zu entdecken.

Grundsätzlich spannt sich das Feld zwischen den Polen „Sichtbarkeit“ und „Wen geht das eigentlich was an?“ Bei dieser Frage gibt es als Störfaktor den normativen Druck. Was macht der mit mir? Hindert der mich an der Selbstfindung? Befeuert er Selbstzweifel?

Weniger Sichtbarkeit bedeutet, dass sich die Frage „bin ich allein oder nicht?“ schlechter beantworten lässt. Asexualität hat kaum äußerliche Codes. Wie sollen andere ahnen, dass ich ace bin? Wie finde ich eine Beziehung, die zu mir passt, wenn ich mich nicht oute? Vor allem, wenn ich nach einer Alternative zum klassischen romantisch-sexuellen Paar suche. Und werde ich eher pathologisiert (für krank gehalten), wenn ich auf ein Coming-out verzichte?

Derartige Fragen müssen natürlich alle Menschen für sich selbst beantworten. Je nach Lebenssituation wird das Ergebnis anders ausfallen.

Thema 2: Menschen erreichen?

Die altgedienteren Aktivist*innen und Menschen in der Sozialen Arbeit fragten sich, wie sie Menschen erreichen können. Noch immer finden Personen mit niedrigerem Bildungsgrad und schlechter Internetanbindung seltener zu uns. Zudem fällt auf, dass wir wenig Schwarze, Indigene und Menschen of Color (BIPoC) bei Veranstaltungen wie Stammtischen treffen.

Für die „Basis“-Aufklärung fehlen einmal immer noch Serien- und Filmfiguren aus dem asexuellen Spektrum. Zum anderen wird die (queere) Schulaufklärung auch außerhalb Baden-Württembergs oft sträflich vernachlässigt. Trotzdem: Es gibt dazu Netzwerke im Ländle. Ich werde die Leute dort einmal direkt anschreiben und ihnen Material anbieten. Ähnlich auch die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg. Eine Person warf noch den Namen eines Journalisten in den Raum, den wir eventuell direkt angesprechen können.

Für die Breitenwirkung wären auch mehr Infostände bei CSDs schön. Wir erinnern daran, dass AktivistA gern Material verschickt für Menschen, die da was machen wollen. Der Verein selbst hat nicht allzu viele Mitglieder. Und nicht alle davon können an beliebigen Wochenenden quer durch die Republik fahren. (Wie die Faust aufs Auge passt da der neue InSpektren-Podcast über Ace- und Aro-Repäsentation auf CSDs.)

Insofern: Wie streuen wir auch die Information, dass wir Infomaterial verschicken? Online kommt doch nicht immer dort an, wo es Leute lesen, die so etwas entscheiden. An klassischer Ansprache (Menschen anschreiben, Zentren aufsuchen) führt also kein Weg vorbei.

Mit anderen Worten: We want you for ace networking.

Bestellt euch ein paar Flyer, geht raus und lasst sie bei eurer lokalen Aids-Hilfe, Pro Familia, queeren Zentren oder Selbsthilfe-Anlaufstellen. (Wir nehmen auch gern neue Mitglieder.)

Queere Netzwerke und Zentren haben auch Newsletter, die Veranstaltungen verteilen. Hierbei sollten aber Versandzeiten erfragt werden, um keine Termine zu verpassen. Dabei sinnvoll: Darauf achten, dass das Wort „Asexualität“ oder „asexuelles Spektrum“ explizit erwähnt werden.

Ein lokaler Mailverteiler (über Stammtische beispielsweise) erreicht noch einmal andere Menschen als jene, die sich in Messengergruppen, bei Insta oder Facebook tummeln.

Diesbezüglich werden wir versuchen, eine bessere Anbindung an die Ameisenbären-Facebookgruppe zu erreichen und auch dort unsere Interviewanfragen zu posten.

Etwas abgelegen davon: Derzeit sind Suchmaschinen-taugliche Infos über Gray-Asexualitäten auf Deutsch echt Mangelware. Und auch schöne Sprüche, die sich auf Tassen oder Ähnliches drucken lassen.

(Bild: Uncle Sam von James Montgomery Flagg, von Wikimedia Commons, gemeinfrei: https://commons.wikimedia.org/wiki/Uncle_Sam?uselang=de#/media/File:Uncle_Sam_(pointing_finger).jpg . Bearbeitet von Carmilla DeWinter, bitte gern und viel teilen. Ich verzichte auf alle Rechte.)

Update Konferenz: Programm, Corona-Regeln, etc.

Noch drei Wochen bis zu unserer kleinen Veranstaltung für das asexuelle Spektrum in Stuttgart. Wir trauen uns eine Veranstaltung vor Ort, trotz Corona und GDL-Streik. So nett die letztjährige Online-Konferenz war, spätestens bei den CSDs haben wir gemerkt, was fehlt. Irgendwie ist es doch was anderes, echte Menschen zu treffen, statt in abgeschaltete Kameras zu schauen.

Das nervige Virus hat die Planung erheblich verkompliziert, sodass es eine Weile brauchte, um alles festzuklopfen. Die Reihenfolge der letzten Jahre mussten wir jedenfalls auf den Kopf stellen.

Das Programm am Samstag

Wir fangen dieses Jahr etwas später an. Ab 10 Uhr gibt es Schnelltests für alle, die wollen oder brauchen. Die Tests erfolgen in Kooperation mit Carmillas Arbeitgeberin (Klick für Neugierige). Den Anmeldungslink samt internen Code für den Test stellen wir kurz vorher bereit.

Danach folgt eine Runde Unkonferenz. Das heißt, die Anwesenden bestimmen die Diskussionsthemen, nicht die Moderation.

Für das Mittagessen haben wir einen Lieferdienst ausgesucht, der auch vegane Pizza hat.

Nach der Mittagspause wird es mal wieder literarisch, denn Carmilla und Carmen Keßler von Nixblix‘ simple Sicht der Dinge haben eine Kurzgeschichtensammlung in Arbeit.

Zum Abschluss mit Open End haben sich Sakura und Jessica von Bi+ Göttingen angesagt: Von Bi+enchen und Eulchen im Queeren Beet: A- & Bisexuelle Spektren im Visier

Worum solle es gehen? Biromantic Aces, Pancakes, Gray-A bi+ oder Demi-pansexual – die Überschneidungen der asexuellen und bi+sexuellen Spektren sind nicht zu übersehen! Bei der Vielfalt an sexuellen Orientierungen und Geschlechteridentitäten ist auch ein nicht zu vernachlässigender Anteil an Menschen auf beiden Spektren zu verorten. Aber was versteckt sich sonst noch dahinter?

Wir von Bi+ Göttingen wollen euch in diesem interaktiven Vortrag einerseits die Vielfalt an Bi+sexuellen Labels nahebringen und unsere Erfahrungen als Bi+sexuelle in der Mehrheitsgesellschaft, aber auch innerhalb der LGBT-Community mit euch teilen. Andererseits wollen wir mit euch über die durchaus sehr ähnlichen Erfahrungen der Marginalisierung durch die heteronormative und mono-/allosexistische Gesellschaft sprechen. Die waren uns beim gemeinsamen Bi+ Talk mit AktivistA in der vergangenen IDAHOBITA-Woche aufgefallen. Wir hoffen mit euch so das Potenzial für gemeinsame Aktionen und die Wichtigkeit für mehr Zusammenhalt der im Regenbogenalphabet zu oft vernachlässigten Anfangsbuchstaben A und B entdecken zu können. Am Ende der Session und somit nach diesem ernsten Thema wollen wir euch dann aber – mit ein bisschen Spaß und Humor 😉 – mit einer Runde des neuen A&B+ Bullshit Bingo in den Feierabend entlassen!

Der Sonntag

Am Sonntag ist bei Kaffee und Tee ein Plausch im Obergeschoss der Weissenburg geplant. Der Raum ist ab 11 Uhr geöffnet. Hartgesottene können ab 15 Uhr ins Café umziehen und dort weiterreden.

Noch nicht angemeldet?

Alles könnt ihr auch noch einmal auf der Konferenz-Unterseite nachlesen. Bitte benutzt auch das Formular dort, um euch anzumelden!

Den Unkostenbeitrag könnt ihr überweisen oder am Tag der Konferenz bar bezahlen.

Das Corona-Gedöns Teil 1: Zugang nur mit Impfung, negativem Test oder Genesenen-Nachweis

Da wir in Präsenz gehen, müssen wir uns natürlich an die geltenden Spielregeln für die Pandemie halten. In Baden-Württemberg gelten die „3G“-Regeln für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen unabhängig von der Inzidenz. Außerdem müssen wir zuverlässige Kontaktdaten der Anwesenden erheben und zwei Wochen lang behalten. (Euren vollen Namen plus Telefon oder Mailadresse behandeln wir natürlich wie jedes Jahr vertraulich.)

Damit die Ungeimpften unter euch nicht morgens noch eine Teststelle suchen müssen, wird Carmilla ein mobiles Testkit mitbringen. Um vorherige Anmeldung wird gebeten, damit genug Material vorhanden ist.

Bei leichten Erkältungssymptomen würden wir euch trotz Impfung um einen Test bitten.

Das Corona-Gedöns Teil 2: Der Hygieneplan

Beim Reinkommen bitte jedes Mal Hände desinfizieren oder waschen.

Bitte möglichst wenig Leute umarmen und keine Hände schütteln, egal wie weh das tut. Soweit das Wetter es erlaubt, Umarmungen wohl am besten nach draußen verlegen. Bitte ebenfalls von Küssen für Menschen absehen, die nicht aus dem gleichen Haushalt stammen.

Ansonsten: Niesen und Husten in die Ellenbeuge. Mit Fieber oder anderen schweren Erkältungssymptomen daheim bleiben und sowieso Abstand halten, wo es nur geht.

Falls getrennte Ein- und Ausgänge ausgewiesen sind, die auch so benutzen, wie es dransteht.

Als Veranstaltungsleitung nehmen wir uns das Recht, Menschen nach Hause zu schicken, die sich nicht an die Regeln halten. Auch wenn ihr die Unkostengebühr bezahlt habt.

Menschen, die innerhalb von vierzehn Tagen nach der Veranstaltung mit einem PCR-Test COVID-positiv getestet sind, mögen uns bitte gleich Bescheid geben. Bitte wartet nicht darauf, dass ein Gesundheitsamt das erledigt.

Am Sonntag können wir 20 Leute unterbringen, ohne dass Masken getragen werden müssen. Bislang sprengen wir diese Marke aber nicht.

 

Save the Date: AktivistA 2021

Neues Jahr, neuer Versuch mit unserer Konferenz mit überregionalem Treffen für Menschen aus dem asexuellen Spektrum. In der Hoffnung, dass wir uns im echten Leben treffen können, haben wir in Stuttgart Räume reserviert.

Und zwar für Samstag, 11. September, und Sonntag, den 12. September 2021.

Wie immer gibt es eine Unterseite, die wir aktualisieren, sobald es Neues gibt. Bitte verwendet dort das Kontaktformular, um euch anzumelden! Ohne Abstandsregeln haben wir eine Maximalbelegung von 40 Personen.

Wie letztes Jahr werden wir im hoffentlich im Juli Bescheid geben können, ob alles wie geplant stattfinden kann.

 

AktivistA 2020 – Online-Konferenz ohne Fotos …

Wie so häufig mit ein wenig Verspätung haben wir einen kleinen Veranstaltungs-Nachklapp für euch.

Wie es sich für eine Online-Veranstaltung gehört, haben wir keine repräsentativen Fotos.

Ace-Flagge zeigen in Zeiten von Corona.
Selbstgenähte Mund-Nase-Bedeckung in Ace-Farben aus drei alten T-Shirts und einer Socke.

Unsere Konferenz zum Thema Asexualität hatte etwa 30 Teilnehmende. Obwohl sich nur wenige persönlich kannten, herrschte eine angenehme und solidarische Atmosphäre. Ich muss allen ein großes Lob aussprechen: Ihr wart unglaublich diszipliniert! Außerdem habt ihr dafür gesorgt, dass sich auch unsichere Menschen und Neulinge mit uns wohlgefühlt haben (soweit ich das beurteilen kann).

Die Vorträge haben wir diesmal alle aufgenommen und verwalten die auch selbst, insofern sollte da demnächst noch was folgen. Dann gäbe es tatsächlich die Möglichkeit, das mal nachzuhören … und ich brauche nicht gar so viel Zusammenschriebe tippen.

Einerseits war das alles also gerade für Menschen mit weiter Anreise sehr praktisch, egal ob zum Zuhören oder Vortragen — ich winke mal nach Kiel und Schweden hier aus Baden-Württemberg. Andererseits fehlte doch was. Umarmungen, die drei Sätze an der Kaffeekanne, gemeinsam essen, mal eine Runde Karten zocken … Wir werden uns also sehr darum bemühen, dass nächstes Jahr wieder eine physische Konferenz stattfinden kann.

Bis dahin: Achtet auf euch und bleibt gesund.

 

 

 

 

AktivistA 2020 goes Internet

Trotz der derzeitigen Lockerungen im Lockdown steigen doch sehr viele Menschen lieber nicht in öffentliche Verkehrsmittel.

Die AktivistA 2020 – Konferenz mit überregionalem Treffen für Menschen aus dem asexuellen Spektrum – wird daher nur online stattfinden.

Geplant sind drei Vorträge. Annika Spahn (Universität Köln) erzählt über eins ihrer Forschungsprojekte. Carmilla DeWinter berichtet von ihrem bis dahin hoffentlich erschienenen Sachbuch zum Thema A_sexualität, und Irina wird die asexy Entwicklungen in der romanischsprachigen Welt beleuchten.

Eine Gesprächsrunde zum Thema „Ace und Alltag“ hat durch Lockdown und Kontaktverbote mehr Aktualität, als wir ahnen konnten, als wir das beschlossen haben.

Gegenwärtig sieht die Planung so aus, dass es für Interessierte einen separaten Channel auf dem Aspec*German Server geben wird, damit abseits der Videokonferenzen Zeit zum Austausch ist. Die Vorträge und die Diskussionsrunden werden über ein Videokonferenzsystem gehalten.

Damit fallen die Caférunde freitags und der Sonntagmorgen-Plausch leider aus.

Eine Teilnahmegebühr gibt es dieses Jahr nicht, da wir keine Miete, Kaffee, Geschirrnutzung etc. bezahlen müssen.

Den jeweils aktuellen Stand der Planungen findet ihr auf der AktivistA-2020-Seite. Dort ist auch das Anmeldeformular.

Bitte meldet euch an, da wir die Teilnahme auf sechzig Menschen begrenzen. Mit mehr Leuten sind Diskussionsrunden für die Moderation kaum zu überblicken.

Wir werden aber versuchen, die Vorträge aufzunehmen und hoffentlich bei YouTube hochzuladen. (Das wäre dann das erste Mal, dass das klappt. Bitte Daumendrücken.)

Konferenz: Ruhig bleiben und beobachten

Nachdem die Ausgangsbeschränkungen am 15.04. verlängert wurden und Großveranstaltungen bis Ende August abgesagt werden müssen, haben wir uns natürlich auch Gedanken gemacht:

Kann unsere Konferenz mit überregionalem Treffen dieses Jahr wie geplant stattfinden?

Mit einem Umfang von etwa 40 Menschen wäre das sicher keine Großveranstaltung. Trotzdem wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht, ob alle Anreisenden Übernachtungsmöglichkeiten finden werden, selbst wenn das Kontaktverbot bis dahin größtenteils aufgehoben wird. Manche möchten deswegen vielleicht auch lieber nicht Zug fahren.

Insofern bleibt uns nur, die Lage zu beobachten und zu hoffen, dass es bis zum Sommer zuverlässige Daten gibt — die Verfasserin dieser Zeilen weiß unter anderem auch nicht, ob sie nicht Anfang März schon mit SARS-CoV-2 infiziert war.

Sobald wir mehr wissen, sagen wir logischerweise und rechtzeitig Bescheid — das wäre dann in der zweiten Julihälfte.

Bis dahin brainstormen wir auch Alternativen: Weniger Anwesende, dafür Onlinestream für die Vorträge? Oder … ?

Der Raum bleibt jedenfalls reserviert, und ich hoffe, dass ihr mit uns Daumen drückt.

Save the Date: AktivistA 2020

Zugegeben habe ich noch nicht mal die Zusammenschrift von diesem Jahr fertig.

Wir haben aber schon mal für die nächste Konferenz mit überregionalem Treffen in Stuttgart reserviert:

Samstag, 19. und Sonntag, 20. September 2020

Damit umschiffen wir sowohl die Ferien in Baden-Württemberg als auch den Cannstatter Wasen. Und freuen uns schon mal vor.

Zum Fünften wenig Fotos

wegweiser
Der diesjährige Wegweiser zur Konferenz.

Die Kurzfassung geht so: Die erste Vorsitzende hatte eine sehr gute Zeit am 21. und 22. September und über lauter netten Leuten das Fotografieren vergessen.

Aber von vorn.

Wir starteten beinahe pünktlich mit einer kleinen Überraschung für die Anwesenden. Immerhin ging unsere Konferenz mit überregionalem Treffen in die fünfte Runde, und um im Klischee zu bleiben, hat der Verein Kuchen ausgegeben. Selbstverständlich vegan. Hat man aber, laut der Rückmeldungen von nicht-veganen Menschen, die nicht ich waren, nicht bemerkt: War lecker. Mit extra viel Schokolade.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und der mittlerweile üblichen Pizza-Bestellung startete DasTenna von Nixblix‘ simple Sicht der Dinge mit „Sechs Farben Ass“: Einer Vorstellung eines illustrierten Kurzgeschichtenprojekts. Wir wurden in ihre Fantasy-Welt Talnia entführt und bekamen ein paar Auszüge aus Geschichten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Vom umgekehrten Bingo zwischen zwei befreundeten Alben bis zu einer fast Lovecraft’schen Expedition ist hinterher wohl alles dabei …

Die ausführliche Beschreibung  mit Bildern zum Anschauen (Klick!) und Ergänzungen (mehr klick) ist auf ihrem Blog zu finden.

Im Anschluss ging es bei Balthazar Bender vom Podcast Buchstabensuppe etwas ernster zu. Wir bekamen zunächst einen Einblick in die Geschichte von Überschneidungen zwischen queeren (bzw. lsbttiqap-etc.) und asexuellen Communities. Obwohl es aber Überlappungen gibt und sich zahlreiche Aces laut einer nicht repräsentativen Umfrage als „queer“ verstehen, versuchen diverse queere Personen immer wieder, a_sexuelle Menschen aus Räumen auszusperren. Vor allem online. Den Vortrag und die anschließende Diskussion muss ich noch ordnen und kann sie dann hoffentlich in einem eigenen Beitrag präsentieren.

infotisch
Der Tisch mit dem Infomaterial und den Buttons. Wir haben mittlerweile auch ein flaggenfarbenes Spendenschwein. Wer Spenden an uns steuerlich absetzen möchte, findet unsere Kontoverbindung im Sidebar …

Ähnliches gilt für Annika Spahns Beitrag. Annika Spahn war diesmal anwesend in ihrer Rolle als Herausgeberin der Broschüre „Schule lernt Vielfalt“ der Akademie Waldschlösschen. Nach einer kurzen Vorstellung, wie die Broschüre aufgebaut ist, was sie bezweckt und was explizite und implizite Erwähnungen sind, war ebenfalls eine Diskussionsrunde eröffnet. Auch hier plane ich einen Zusammenschrieb.

Zuletzt gab es noch eine von mir moderierte Diskussionsrunde zum Thema „(verbale) Grenzen“. Und auch die ist einen eigenen Beitrag wert. (Uff.)

Ich muss allen Beteiligten und Anwesenende an dem Tag ein großes Lob aussprechen: So produktiv waren wir, meine ich, selten.

Hinterher war ich jedenfalls platt.

Der Hintergrund bot dann noch eine kleine Überraschung. In der Weissenburg ist gerade eine Fotoausstellung, die Menschen in Stuttgart ans Herz gelegt sei, die keine Angst vor nackter Männerhaut haben.

Und da fand ich: Fünf Farben und beinahe ein Ass …

kunst in der weissenburg
Die Fotoausstellung im Zentrum Weissenburg wartete sogar mit einem Bild in a_sexuellen Signalfarben auf.

 

Am Sonntag stand dann noch für drei Stunden ein Raum im Obergeschoss der Weissenburg für einen lockeren, unmoderierten Plausch zur Verfügung.

Fazit: Schön war’s. Das nächste Mal müssen wir mehr Cola mitbringen.

 

 

Programm AktivistA 2019

Etwa fünf Wochen vor unserer Konferenz mit überregionalem Treffen haben wir hier das hoffentlich abschließende Samstags-Programm für euch und suchen ein paar Leute für ein außerplanmäßiges Forschungsprojekt am gleichen Tag.

Baendchen

Zuerst wird euch Carmen von Nixblix‘ simple Sicht der Dinge „Sechs Farben Ass – Über Coming Outs, Bullshit Bingos und andere Interaktionen“ vorstellen. Wir bekommen Einblicke in ein Kunst- und Erzählprojekt, die Welt drumherum und den Arbeitsprozess dazu.

Balthazar (Gender Studies, Uni Freiburg) beschäftigt sich mit „A_sexualität und queere Communities – Solidarität, Ausschlüsse, Konflikte“. Dass die Meinungen bei dem Thema häufig auseinanderklaffen, ist bekannt. Wir bekommen einen kurzen Input-Vortrag und haben dann viel Zeit für eigene Meinungen und Erfahrungen.

Nach der Mittagspause geht es mit einem ziemlich vernachlässigten Thema weiter. Woher erhält der Nachwuchs eigentlich Informationen, beziehungsweise erhält er sie überhaupt? Annika Spahn (Uni Freiburg, Uni Basel) beleuchtet daher „A_sexualität in Schule und Bildung“.

Abschluss unseres Programms ist eine Diskussionsrunde zum Thema Grenzen. Als a_sexuelle Menschen haben wir ja oft andere Grenzen als die Mehrheit bei dem, was wir sozial akzeptabel finden. Gleichzeitig finden es viele sozial akzeptabel, unsere Grenzen mit indiskreten Fragen zu überschreiten. Auch gegen Zweifel an unserer Selbstbeschreibung müssen wir uns häufiger abgrenzen. Vielleicht gelingt es im Gespräch, nicht nur Grenzen auszuloten, sondern auch Möglichkeiten zu finden, wie das mit dem Grenzen Ziehen besser gelingt.

Und dann ist hier das außerplanmäßige Forschungsprojekt, das nach dem letzten Programmpunkt ansetzt:

Teilnehmer*innen für Gruppendiskussion zu Asexualität in der Medizin gesucht

Liebe AKTIVISTA-Menschen,

Ich heiße Annika und schreibe aktuell an meiner Doktorarbeit an den Universitäten Freiburg (D) und Basel (CH). Darin versuche ich herauszufinden, wieso die gesundheitliche Lage von LSBATIQ-Personen in Deutschland und der Schweiz so schlecht ist. Im Rahmen dessen geht es mir auch um die Erfahrungen, die a_sexuelle Menschen als Patient*innen gemacht haben. Dazu will ich mit euch eine Gruppendiskussion durchführen, wo es vor allem um die Sexualmedizin gehen soll (Gynäkologie, Andrologie, Psychologie, Endokrinologie, Urologie).

Die Gruppendiskussion soll ca. eine Stunde dauern. Ich werde eine Audio-Aufnahme machen und diese dann transkribieren und dabei alle Angaben anonymisieren (Namen, Orte, Dialekte etc.).

Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir gerne unter Annika.spahn@unibas.ch

Ich würde mich freuen, wenn ihr mein Forschungsvorhaben unterstützen würdet!

Liebe Grüße,

Annika

Kleiner Nachtrag: Für diese Diskussion wird natürlich ein separater Raum zur Verfügung stehen.

 

Klingt nach einem würdigen fünften Versuch, meinen wir. Ihr hoffentlich auch? Bitte anmelden nicht vergessen, wenn ihr kommen wollt.

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