AktivistA 2026: Konferenz mit kleinen Hindernissen und ordentlich Straßensperrung

Dieses Jahr fand unsere Konferenz am ersten Septemberwochenende statt. Wir hatten gehofft, damit den Canstatter Wasen und das süddeutsche Ferienende zu umschiffen. Dafür geriet der Termin, nachdem wir ihn mehr verschieben konnten, in ein Mountainbike-Event. Dank dem waren in Stuttgart noch mehr Straßen gesperrt als ohnehin durch die Baustellen.

Außerdem hatte die Verfasserin dieser Zeilen einige Namensschilder verbaselt (sorry nochmal) und das Mikro kriegten wir am Samstag erst an, als es schon zu spät war.

Inhaltshinweis: Der Abschnitt „Behindert und Verrückt – Jetzt reden Wir!“ thematisiert Gewalt gegen Menschen mit Behinderung und behindertenfeindliche Narrative.

Samstag

Kunstpanel am Vormittag

Am Vormittag hatten wir viel Zeit für ein von Finx moderiertes Kunstpanel eingeplant. Da hier ein paar Bühnenneulinge am Start waren, hätten wir das Mikro echt gut gebrauchen können.

Zuerst nahm uns Merlin auf eine zeichnerische Reise zur letztjährigen AktivistA-Konferenz mit. Wir sind total geflasht und dankbar, dass wir die Durckfahnen für zwei kleine Zines mit euch teilen dürfen. Hier ist die PDF für 2024: Merlins_Konferenz-Zine_2024

Und hier ist das Kunstwerk von 2025: Merlins_Konferenz-Zine_2025.

Merlin betreibt eine verschlüsselte Webseite. Wer Interesse daran hat, darf Merlin unter Merlin.26 auf Signal anschreiben.

Finx teilte ein berührendes Video mit Film, Musik und Poesie, das eine wichtigen Person in Finx’ Leben würdigt.

Hacki zeichnet und malt zumeist traditionell auf Papier. Ein paar Originale durften wir am Samstag ausstellen und bewundern, außerdem gab es Sticker auf Spendenbasis mitzunehmen. Wiederkehrende Themen in Hackis Werken sind Erfahrungen als autistische Person und das Leben auf der aromantischen Seite. Hacki hat einen Link.tree unter anderem zu deren Portfolio, einem Telegram-Newsletter, Bluesky und einem Undertale-Fancomic.

Am Sonntag wurden ein paar Menschen noch mit Portraits bedacht.

elli programmiert Computerspiele und setzt sich für a*spec Sichtbarkeit beim Gaming ein – dank elli haben wir hier übrigens eine Games-Unterseite. Ihr findet ellis Spiele hier: https://elkortes.itch.io/

elli hat auch einen Kanal bei YouTube und einen Auftritt bei DeviantArt.

Außerdem gibt es eine Umfrage auf Deutsch und Englisch bei Google Docs. Sie dient der Recherche, inwieweit Gaming das Aspec bereits berücksichtigt, und wo es noch Lücken gibt. Alle Computerspiel-Affinen sind herzlich eingeladen, teilzunehmen!

Yukiho arbeitet an Animationsfilmen im „DereTypeWeltschmerz“-Projekt und nahm uns in die Figurenentwicklung mit. „Dere-Typen“ sind in japanischer Fiktion „Charaktere, die ihre romantische Zuneigung auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichen Extremen ausdrücken“, wie Yukiho auf der zugehörigen animexx-Projektseite erklärt. Es gibt auch ein bisschen was zum Lesen im „Fanfic“-Reiter.

Auf dem YouTube-Hauptaccount von Yukiho findet ihr einen Trailer sowie Links zu spezifischen Kanälen: https://www.youtube.com/@VeilchenYukiho

Nach einem Diskussions-Panel las Laurin, die vor allem wissenschaftlich schreibt, noch ihre autobiographische Einreichung zur „Kleinen Hausapotheke gegen den allo- und amotonormativen Alltag“: eine Reise vom gefühlt einzigen Ace auf der Welt zum internationalen und regionalen Netzwerkaufbau. Die Kernfrage: Wie oft laufen a*spec Personen eigentlich aneinander vorbei, ohne es zu bemerken und denken, sie seien die einzigen an einem bestimmten Ort?

Laurin ist eine der wenigen Genannten mit Instagram.

Weil das Panel etwas überzogen hatte, gingen wir danach in eine verschobene Mittagspause und ließen das Speedfriending ausfallen.

Auf einer knallgrünen Tischdecke liegen viele selbstgemacht Sticker. Dabei sind schwarz gezeichnete Motive, wie z.B. Tiere, in verschiedenen Pride-Farben eingefärbt.
Eine Auswahl der gegen Spende bereitgestellten Sticker.

Von Liebe bis Loveless – ein Vortrag von InSpektren

Trotzdem war genug Zeit für Noir und Finn vom Podcast InSpektren, eine kleine Zettel-Umfrage auszuwerten, die am Vormittag auf den Tischen bereitgelegen hatte. Die Fragen dabei: „Was ist Liebe?“ und „Was sind deine Gedanken zu Lieblosigkeit, Herzlosigkeit, Loveless, etc.?“

Die meisten Antworten sahen in Liebe eine Form der Verbundenheit (familiär, romantisch, spirituell, Tierliebe, zu Tätigkeiten) und betonten einen positiven Zusammenhang. Wenn ich einer Person schade, die ich liebe, ist das dann noch Liebe? Manche Menschen würden das verneinen.

Finn beschreibt Liebe demnach als einen „mystifizierten Haufen positiver Gefühle“, wobei auch Besessenheit und Abhängigkeit zu diesem Haufen gehören, die dann wohl durch die Zuordnung zur „Liebe“ verpositiviert werden.

Liebe als Verbundenheit hat auch eine strukturierende Funktion für Familie, Partnerschaften, sogar für den Widerstand (Solidarität, nicht?) und fördert Opferbereitschaft. Und ohne unbezahlte Care-Arbeit geht im Kapitalismus sowieso nicht viel. Liebe unterliegt daher Normierungen beziehungsweise gesellschaftlichen Erwartungshaltungen: wer sich nicht kümmert, nicht versorgt, keine Geborgenheit gibt, liebt nicht/falsch.

Irgendwo in der Schnittmenge zur Spiritualität schwebt auch noch die Vorstellung herum, dass Liebe heilt.

In a*spec Kontexten scheint „Liebe“ oft eine Abwehrfunktion gegen Entmenschlichung zu haben, denn die Abwesenheit von romantischen Gefühlen wird oft mit Roboterhaftigkeit oder Monstersein gleichgesetzt. Der Abwehrsatz lautet in etwa: „Ich verliebe mich zwar nicht, aber ich liebe immer noch mein Haustier/meine Freunde/meine Familie!“ Eins verteidigt damit die eigene Daseinsberechtigung und die Wichtigkeit der bestehenden Beziehungen. Am Ende verbirgt sich dahinter jedoch oft Respektabilitätspolitik. Das Framing „Liebe = gut = menschlich“ wird von der Mehrheitsgesellschaft übernommen. Zum Preis, dass Personen, die mit dem Begriff „Liebe“ aus den unterschiedlichsten Gründen Schwierigkeiten haben, ausgeschlossen werden.

Dazu gehören auch Menschen, die sich als loveless beschreiben – lieblos, zu deutsch. Das positiv mystifizierte Konglomerat Liebe ist zum Beispiel manchen Personen zu formlos, um es aufs eigene Leben anzuwenden. Und fehlen uns als Gesellschaft vielleicht auch genauere Konzepte, unsere Beziehungen zu beschreiben?

Vielleicht reden wir irgendwann über ein neues Spektrum: Das Alove*spec.

Vorläufig ließe sich schlussfolgern: weniger Respektabilitätspolitik betreiben. Der Liebe ihre Abgründe lassen und gern mehr und genauere Wörter nutzen. Muss „ich liebe dich“ wirklich sein, oder sage ich besser, was ich meine? „Du bist mir wichtig.“ „Ich bin bereit, dir zu verzeihen.“ „Ich fühle (welche Art?) Zuneigung zu dir.“ „Ich möchte Zeit mit dir verbringen.“ Derlei Optionen gibt es noch mehr.

Linktipp: https://www.values-academy.de/liebe/ zeigt, dass Liebe und Wertesysteme unauflösbar miteinander verstrickt sind.

Es folgte eine lebhafte Diskussion.

Lesung „Behindert und Verrückt – Jetzt reden Wir!“

Koi, eine weiße Person mit kurzen blauen Haaren und schwarzer Kleidung, sitzt in einem grauen Sessel und liest aus einem Buch vor. Im Hintergrund sind ein gelber Sessel und eine grüne Couch zu sehen. An der hellen Wand hängt eine Regenbognflagge.
Koi liest vor – sehr stilvoll mit Buch und Blåhaj.

Zum Schluss des Programms stellte Koi von der Disability und Mad Pride Bonn zum einen den gleichnamigen Verein vor. Die Gruppe selbst besteht seit 2023, 2025 wurde der Verein gegründet. Neben Besuchen bei anderen Demonstrationen richtet die Gruppe seit 2025 auch eine eigene Veranstaltung in Bonn aus, mit Kundgebung und Infoständen.

Wohl zuerst im Umfeld des Aspec*German-Servers entstand ein neues Akronym, das sich dank Vokal besser zu einem Wort zusammenziehen lässt als „MmB“ (Menschen mit Behinderung). Falls ihr also irgendwo CIMND* seht – ausgesprochen wie „Zimt“ – meint dies chronisch kranke Menschen, Krüppel (hier etwas Kontext zur Selbstbeschreibung), Verrückte, psychisch kranke, neurodivergente, behinderte und oder T*taube Menschen.

Gemäß dem Motto „nicht ohne uns über uns“ haben Koi und eine weitere Person, Lee Cornelissen, auch ein Buch herausgegeben. In „Behindert und Verrückt – Jetzt reden Wir!“ finden sich 41 Beiträge von Menschen mit verschiedenen Behinderungen und neurodiversen Personen, oder Interviews mit bzw. zwischen ihnen. Je nach Art des Beitrags gibt es mindestens eine Zusammenfassung in einfacher Sprache dazu.

Koi stellte drei Texte aus dem Buch vor. Der erste war ein Interview mit vier Personen: „CIMND* und A*spec – Zwischen Vorurteil und Orientierung“. Thematisiert wurden unter anderem Vorurteile von außen und die Rolle, die Therapeut*innen beim Zugang zu Labels, Diagnosen und Hilfen haben.

Danach las Koi den eigenen Text vor. Dabei äußert der Beitrag eine ordentliche Prise Kritik an einer Gesellschaft, in der selbst die Freizeit möglichst produktiv zur Erholung genutzt werden muss. „Wenn ich nichts leiste, was passiert dann mit mir?“, fragt Koi berechtigterweise. Und wer bestimmt, was Leistung ist?

Der letzte Text widmete sich den Morden an vier Heimbewohnenden im Oberlin-Haus in Potsdam durch eine Mitarbeiterin dort. Alle bekamen ihre Namen und Biographien zurück, soweit erforschbar. Die Berichterstattung war ebenfalls denkbar ableistisch. Noch bevor Näheres bekannt war, wurde der Täterin eine psychische Störung zugeschrieben, als wären sogenannte gesunde Personen nicht zu Gewalttaten in der Lage. Das vermutete Tatmotiv: Stress, schlechte Arbeitsbedingungen und die Opfer „erlösen“? Auch das wiederholt Annahmen über Personen mit schweren Behinderungen, die nicht unbedingt zutreffen.

Wohnheime sind leider oft geschlossene Systeme mit steilen Hierarchien, sodass diese für die Bewohnenden nicht immer sicher sind. Und: Viele Personen, die in Deutschland von der Polizei getötet werden, haben psychische Erkrankungen.

In der Diskussion danach wurde die besondere Gefährdung durch Polizeigewalt für BIPoC, also Schwarze, Indigene und Personen of Color hervorgehoben. Solange keine Fremdgefährdung vorliegt, kann eins versuchen, bei auffälligen Personen lieber mit der 112 Feuerwehr/Krankenwagen zu holen als die Polizei. Leider ist in solchen Fällen auch nicht immer klar, wer kommt, und ob die Personen mit einer solchen Situation umgehen können. Diskutiert wurde zudem auch über die Rechtsprechung, Schuldfähigkeit und die Frage nach psychischen Ausnahmezuständen als Strafmilderung.

Sonntag

Auf einerm grauen Linoleumboden liegen weiße und gelbe Moderationskarten mit Stichworten wie "Polyamorie", "A-Aufkleber", "Spiele", "Aroace-Leben", "historische Eissorten", "Cis-heteroromantisch und queere Communuity".

Am Sonntag sammelten wir bei einer Einstiegsrunde Themen, die die Anwesenden interessierten. So gab es einen Tisch, an dem unter anderem Beziehungen und Beziehungssuche ein wichtiges Thema waren.

Nebenan wurde übers Kunstmachen geplaudert und auch ein bisschen gezeichnet. Vielleicht gibt es irgendwann einen Sticker mit einem „Ihr habt das A vergessen“-Hinweis? Wer weiß. (Hinweis: Du sollst keinen Flock-Kameras damit die Linse verkleben.)

Der dritte Tisch philosophierte zunächst über historische Eissorten. Da steckt Potential drin.

Damit endet der Bericht und wir melden uns spätestens hier auf dem Blog, wenn wir einen neuen Konferenz-Termin für euch haben.

 

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Von der Hamburg Pride zur World Pride und zurück

Ein Gastbeitrag von Markus (er) und Lynn (sie)

1. Akt: Hamburg Pride

Die diesjährige Hamburg Pride fand zeitgleich mit der diesjährigen World/Euro Pride in Amsterdam statt. Die Aktivitäten zur World Pride waren allerdings erfreulicherweise über zwei Wochen verteilt, sodass zwei von uns aus Hamburg noch anschließend nach Amsterdam gedüst sind. Aber der Reihe nach:

Die Hamburg Pride fand wie jedes Jahr am ersten Augustwochenende statt. Unser mittlerweile traditioneller AktivistA-Infostand ist immer eine spezielle Herausforderung, weil ein verlängertes Wochenende mit drei Tagen abgedeckt werden muss. Wie in den letzten Jahren haben wir den Stand unter der Flagge von AktivistA und mit tatkräftiger Unterstützung der Hamburger Aspec-Gruppe auf die Beine gestellt. Unser Standplatz war diesmal direkt neben dem LSVD. Wie immer gab es die unterschiedlichsten Besucher*innen. An dem einen Ende der Skala ein Pärchen, das sich erkundigte, welche Festivität hier denn eigentlich genau stattfinde, am anderen Ende viele aus unserer Community, die den Stand ganz gezielt ansteuerten. Was diesmal auffiel: Immer mehr Leute haben bereits grundsätzlich von Asexualität gehört. Öfters mussten wir aber bei den Begrifflichkeiten im tieferen Gespräch noch ein wenig nachjustieren.

Informationsstand von AktivistA

Zur Parade am Samstag hatte die Hamburger Aspec-Gruppe wieder eine Fußgruppe angemeldet. Wir waren diesmal sehr mittig eingereiht und sind daher für Hamburger Verhältnisse ungewohnt früh “schon” um 13.30 Uhr gestartet. Das Wetter war geradezu perfekt und auch bei der Parade fällt auf, dass wir jedes Jahr mehr Aspec-Menschen in der Menge entdecken. Sichtbarkeit macht eben einen Unterschied! Die Parade war nach dem Anschlag in Berlin eine Woche zuvor im Vorfeld emotional belastet, aber zum Glück lief alles ohne Zwischenfälle und sogar mit einer rekordverdächtigen Anzahl an Besucher*innen. Wir selbst waren ca. 20-30 Leute in der Fußgruppe mit ganz vielen Flaggen dabei.

Banner mit der Aufschrift

2. Akt: World Pride

Während Lynn für die Hamburg Pride den Besuch in Amsterdam nur unterbrochen hat, ist Markus (unabhängig davon) erst danach nach Holland gefahren. Ein Nachteil einer selbst organisierten Fußgruppe ist, dass man von den anderen Gruppen relativ wenig mitbekommt. Insofern ist es ein willkommener Rollentausch, anschließend einfach nur „mitzuschwimmen“ und sich durch die Veranstaltungswoche treiben zu lassen.

Fußweg in Regenbogenfarben am Bahnhof Amsterdam Sloterdijk

Der wohl spektakulärste Teil in Amsterdam, die Canal Pride, fand zeitgleich zur Hamburg Pride statt, sodass wir bei diesem Programmpunkt passen mussten. Auch der Überraschungsauftritt von Madonna und Kylie Minogue ist uns damit entgangen.

Dafür hat die NOA ein Mega-Rahmenprogramm für Besucher*innen aus unserer Community auf die Beine gestellt. Das setzt Maßstäbe, falls wir die World Pride 2032 in Berlin erleben sollten. Lynn hat an einigen der Veranstaltungen teilgenommen, aber auch ein paar ausgelassen: Neben der Canal Pride (Samstag) hat sie auch auf den Besuch des Efteling Themenparks (Montag) verzichtet und von den Ace Talks (Sonntag) nur die letzten beiden mitbekommen.

Den Auftakt hatte die World Pride Week am Freitagabend mit einer Veranstaltung zum gegenseitigen Kennenlernen. Am Mittwoch gab es eine Schnitzeljagd zu verschiedenen Orten queerer Geschichte in Amsterdam, die sich auch für diejenigen, die aus Amsterdam und Umgebung kamen, als interessant herausstellte. Tags darauf stand eine Wanderung (oder als Alternativprogramm ein Besuch im Artis Zoo) an. Der Freitag begann mit einem Besuch im Rijksmuseum. Für die anschließende Tour durch das IHLIA-Archiv (das größte queere Archiv in Europa) hat Lynn leider keine Karte mehr bekommen.

Dank der gemeinsamen WhatsApp-Gruppe gab es auch neben dem offiziellen Programm zahlreiche Treffen. Unter anderem eine spontane Einladung zum Pizzaessen bei einer der Organisatorinnen zu Hause. Mit den ersten Leuten hatte sich Lynn kurzfristig schon am Donnerstag vor dem eigentlichen Beginn getroffen. Insgesamt eine sehr gelungene Woche, mit zahlreichen Aspec-Personen aus allen Teilen Europas. Es wäre toll, sich spätestens in Turin wiederzusehen.

Markus hat sich am Mittwoch stattdessen der kostenlosen „silent“ Rollerdisco (sprich DJ-Musik über Kopfhörer) im Pride Village angeschlossen.

Am Samstag war der Abschlusstag mit dem World Pride March, an dem wir beide teilnahmen. Dieser war deutlich kleiner als die Canal Pride, aber wir waren trotzdem eine ca. 30 Leute große, bunt international zusammengewürfelte und ich denke sehr gut sichtbare Aspec-Gruppe. Auch Yasmin Benoit war mit dabei. Da habe ich mich dann ein wenig geärgert, dass ich nicht mein „this is how aroace looks like“ T-Shirt am Start hatte. Das hat wirklich Spaß gemacht.

Wehende Flaggen: ace, aro und aroace

Und hier schließt sich der Kreis: Ein paar Flaggen von der Hamburg Pride waren nämlich auch in Amsterdam zu sehen, übrigens auch vom CSD Sachsen-Anhalt. Generell positiv ist mir an dieser Parade aufgefallen, dass sie sehr kulturell divers war. Am Museumplein angekommen rundete das (kostenpflichtige) Abschlusskonzert den Tag und die Pride dann ab.

Festgelände mit großem Schild

An dieser Stelle noch einmal ganz dicken Dank für die vielen Unterstützer*innen bei „unserem“ CSD in Hamburg und an die NOA für das tolle Rahmenprogramm! Eine tolle Woche mit Kaiser*innenwetter.

Bunte Plakate mit zur Pride passenden Slogans auf Englisch

Stuttgart Pride 2026 – gutes Wetter und schlechte Nachrichten

Samstag: Demoparade und Party

Das Wochenende der Stuttgart Pride 2026 begann für uns mit feinstem Wetter und komplexer Logistik. In leichter Euphorie hatten wir nämlich eine Demogruppe und zwei Tage Infostand angemeldet. Somit mussten Banner und Demowagen an ein Ende der Stuttgarter Innenstadt und die Standausstattung ans andere Ende. Wobei diese Partei erst einmal in den Rückstau vom noch nicht fertig abgebauten Wochenmarkt geriet und bei 30 Grad ohne Schatten 15 Minuten gut durchgegart wurde.

Am Infostand hatten wir ab 15 Uhr gut zu tun. Es gab ein paar Last-Minute-Flaggenkäufe. Menschen freuten sich über die Buttons und drehten am Glücksrad, um gegen unser Glossar anzutreten. Die Sticker waren zum Schluss aus, und auch von der Broschüre musste ich für den zweiten Tag nachfüllen.

Der AktivistA-Infostand: Weißer Pavillon, oben ein Banner mit "AktivistA - Verein zur Sichtbarmachung des asexuellen Spektrums". Zur Straße hin eine Reihe Tische mit lila Tischtuch, darauf das Glücksrad und eine Auslage an Flyern, Stickern und Buttons. Im Pavillon stehen drei Personen. Die Person links zeigt ein Victory-V mit den Fingern.

Die Personen bei der Demo hatten es nicht ganz so einfach. Die Demo sollte um 14 Uhr starten, was diesmal auch gut klappte. Doch bis die Startnummer 150 aus AktivistA & AktivAro loslegen durfte, dauerte es bis 16 Uhr. Da waren die ersten Demonstrierenden bereits am anderen Ende der Strecke angekommen und belagerten die Info- und Getränkestände.

Ein paar Eindrücke von der Demo:

Eine breite Straße. Zwei männlich gelesene Personen tragen ein Banner mit den Logos von AktivistA und AspecGerman. Dahinter eine Gruppe Menschen, im Hintergrund ein blauer Truck.
Die Demogruppe am Anfang der Strecke. Fotocredit: privat
Eine Wolke Seifenblasen steigt auf. Im Hintergrund ein Baum und ein Demoschild, auf dem die ace und die aro Flaggen erkennbar sind.
Seifenblasen machen fast alles besser. Fotocredit: privat.
Eine Gruppe von etwa 12 Menschen hält auf einem Platz das Demobanner. Darauf zu sehen sind die Logos von AktivistA und AspecGerman. Auf dem Banner steht "Mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz für das asexuelle, aromantische und aplatonisch Spektrum!"Die meisten Menschen auf dem Bild sind in ace Farben gekleidet (schwarz/grau/weiß/lila), eine Person trägt grün für die aro Flagge.
Die Demogruppe hinter dem Stuttgarter Alten Schloss, erschöpft, aber glücklich.

Ab 20 Uhr packten wir, ziemlich müde, aber ziemlich happy, alles ein und fuhren heim.

Sonntag: Networking unter Schock

Einige von uns erwischten die Nachrichten aus Berlin noch nachts, andere erst am nächsten Morgen. (Hier ein FAQ der Tagesschau zum derzeitigen Stand der Ermittlungen. CN für Gewalt und Merz’sche Scheinheiligkeit.) Die Autorin dieser Zeilen hatte mit Logistik wieder alle Hände voll zu tun, weshalb die volle Tragweite des Anschlags erst langsam einsickerte.

Während andernorts Queere Zentren und Gruppen mit spontan verlängerten Öffnungszeiten und ersten Trauerzusammenkünften reagierten, war die Stimmung in Stuttgart gemischt. Teils gute Laune, weil super Wetter und nette Leute, teils Bedrückung, denn neben der Trauer um die Verstorbene und Sorge um die Verletzten in Berlin waren auch schon erste Statements der Politik an die Öffentlichkeit gedrungen. Und, mit Verlaub, schon zu dem Zeitpunkt herrschte in manchen Köpfen neben einem „jetzt erst recht“ auch eine gewisse Menge Wut auf die derzeitige rechtslastige Politik vor allem, aber nicht nur, der CDU vor.

So verging der Sonntag mit Netzwerken, Aufklärungsarbeit, ein wenig Humor und unterliegender Grimmigkeit mit Trotzhoffnung. Hier ein dickes Lob an die Stuttgarter Polizei, die zwar die Präsenz erheblich erhöht hatte, aber dabei nicht unangenehm aufzufallen wusste.

Der CSD-Sonntag der Stuttgarter Pride steht traditionell im Zeichen der Aids-Hilfe. Um 17:50 Uhr wird üblicherweise den Opfern und Überlebenden der Aids-Krise gedacht. Selbstverständlich wurde dieses Jahr den Opfern von Berlin Platz eingeräumt. Auf dem Rathausplatz drängten sich dieses Jahr ungewöhnlich viele und ungewöhnlich stille Menschen. Selbst noch leicht neben mir, konnte ich den Mitgenommeneren unter den mir Bekannten wenigstens mit Umarmungen etwas Trost spenden.

Der Stuttgarter Rathausplatz ist von vier- bis fünfstöckigen Gebäuden umringt. Im Hintergrund ragt der Turm der Stiftskirche auf. Zwischen den Essbuden, die für den CSD auf dem Platz stehen, drängen sich zahlreiche Menschen, um an der Gedenkveranstaltung teilzunhmen.
Blick von der Bühne während der Gedenkfeier.

Konferenz-Update für die AktivistA 2026

Ein Seminartisch, auf dem ein Zettel mit Aufschrift "kreativ" liegt. Drauf und außenherum stehen Schalen mit Perlen für Armbänder, einige Sticker in Pride-Farben liegen dazwischen.
Throwback zur Konferenz 2024. Kreativ wird es diesmal auch, aber wahrscheinlich anders.

Noch haben wir kein perfektes Line-up, aber der grobe Plan steht für unsere Konferenz.

Wir bekommen Besuch von InSpektren mit „Von Liebe bis Loveless“ – ein Vortrag über ein schwer zu beschreibendes Gefühl bzw. dessen Abwesenheit.

Koi wird die Disability and Mad Pride Bonn vorstellen und was die A-Spektren mit CIMND* Personen zu tun haben. Die Abkürzung bedeutet übrigens: chronisch krank (chronically ill) bzw. Krüppel (Crip);  „psychisch krank“ (‚mentally ill‘); verrückt (Mad); neurodivergent; behindert (disabled) und T*taub (D*deaf).

Das von Finx vorbereitete Kunstpanel ist auch für die Orga ein bisschen eine Überraschung. Wir freuen uns vorsichtig auf Musik, Spoken Word/Lyrik, Videospiel und Malerei.

Noch mal die Konferenz-Eckdaten:

AktivistA – deutschsprachige Konferenz für das asexuelle Spektrum

Am 5. und 6. September in Stuttgart, Zentrum Weissenburg. Details zur Anfahrt und den Räumlichkeiten sowie das Anmeldeformular findet ihr auf der Seite für die 2026er Konferenz.

Noch sind einige Plätze frei, also meldet euch gern an!

 

Happy Pride Month 2026! Und Terminchen im Juni.

Gestern schon hat der Pride Month begonnen. Immer im Juni nehmen wir das Andenken an den Aufstand in der Christopher Street (auch Stonewall Riots genannt) zum Anlass, queeres Leben zu feiern und für gleiche Rechte zu protestieren.

Demogruppe von hinten, im Vordergrund links eine Person mit Zylinder und weitem Rock in Ace-Farben, zwei Personen, die sich eine Regenbogenflagge teilen und darum verteilt insgesamt drei Menschen in Bi-Flagge. Demoschilder mit "? von uns sind bisexuell. Erkennst du, wer?" und "Woran erkennst du, dass ich asexuell bin?"
Joint-Venture-Demogruppe mit Bi-in BW zum CSD Karlsruhe 2018.

Mittlerweile gibt es so viele CSD (Christopher Street Days) oder Pride-Feiern, dass sie nicht mehr alle in den Juni passen. Der Monat ist geblieben.

Ein CSD im Juni ist der CSD Karlsruhe. Wenn ihr am 6. Juni dort vorbeischaut: AktivistA hat einen Infostand und freut sich über Besuch. Neben dem mittlerweile zahlreichen Infomaterial ist wie immer ein bisschen Merch für Aces und Aros dabei.

Und, psst, noch gar nicht offiziell: Wenn der Himmel bis dahin nicht herunterfällt, seht ihr Carmilla am 18.6. mit dem Thema „Ace Community“ bei der Queeren Theke im Utopia Kiosk in Stuttgart.

Egal, wie und wo ihr so unterwegs seid: Wir wünschen euch eine erfolgreiche, friedliche und solidarische Pride-Saison!

 

Open Call für Aro & Ace Künstler*innen

Für die AktivistA-Konferenz 2026 in Stuttgart suchen wir kreative Beiträge, die sich den vielfältigen Facetten der Aromantik und/oder Asexualität widmen.

Eine helle Tischplatte, auf der Zubehör für bunte Perlenarbänder verteilt ist. Halb verdeckt ist ein Zettel, auf dem "kreativ" steht.
Ein Eindruck vom Konferenz-Sonntag 2024.

Diese können je nach Format auf der Bühne präsentiert oder performt werden. Im Anschluss planen wir einen Round Table mit allen Beitragenden, um über die Bedeutung und Herausforderungen der künstlerischen Auseinandersetzung mit aro/ace-Themen zu sprechen. Moderieren wird Finx, die uns letztes Jahr schon in einem Workshop zu Relationship Anarchy mit Kunst überrascht hatten.

Falls du Interesse hast oder mehr Infos benötigst, schreib gerne eine Mail an finxthulk[at]tutamail.com mit ein paar Sätzen über dich und deine Beitragsidee.

Es sind alle kreativen Beiträge wie z. B. Gedichte, Performances, Skulpturen, Videos, Fotografien etc. willkommen, egal ob du das als “Kunst” labelst oder nicht. 🙂

Zudem haben wir einen kleinen Topf für Fahrtkosten etc., außerdem gibt es wie bei allen Beiträgen Mittagessen umsonst.

AktivistA-Konferenz?

Seit 2014 veranstalten wir einmal im Jahr eine deutschsprachige Konferenz mit überregionalem Treffen. Dieses Jahr findet die Konferenz am am 5. und 6. September statt.

Ursprünglich nur für das asexuelle Spektrum gedacht, sind wir mittlerweile ein bisschen breiter mit den diversen a-Orientierungen aufgestellt. Unsere Location, das Zentrum Weissenburg, hat für das samstägliche Programm einen ebenerdigen Zugang und eine Toilette, die für die meisten Rollstühle geeignet ist. Die Bühne ist etwa 30 Zentimeter hoch und hat keine Rampe.

Mehr Details zum Veranstaltungsort und zur Anreise findet ihr auf unserer entsprechenden Unterseite.

 

IDAHOBALT*I+ — Internationaler Tag gegen Queerfeindlichkeit 2026

Zunächst einmal: Wir wünschen euch allen einen guten, erfolgreichen Aktionstag gegen Homo-, Bi-, Trans-, Inter-, Aspec*- und Lesben-Feindlichkeit 2026!

Zunächst hieß der 17.5. der „Internationale Tag gegen Homophobie / IDAHO“, um jenen Tag 1990 zu feiern, als die WHO endlich beschloss, Homosexualität von der Liste der Krankheiten zu streichen. Im Lauf der Jahre hat die Abkürzung einige Buchstaben hinzugewonnen – zuletzt in manchen Ecken der Bundesrepublik das A (für ace, aro und agender Personen) und ein L. Und ein Pluszeichen. Denn die Liste der Diskriminierungsformen ist damit leider nicht zu Ende. Manchmal erscheint daher auch ein IDAQ – Internationaler Tag gegen Queerfeindlichkeit.

Ein Meer aus kleinen Pride-Flagen, die in Kuchenstücken stecken.
Friedliches Flagenmeer mit ordentlich Kuchen – so was wäre uns lieber als Protesttage.

Letztes Jahr stand bei uns die Ace- und Aspecfeindlichkeit im Fokus – auch wenn wir lieber hätten, dass der ganze Aktionstag seine Berechtigung verliert.

Internationaler Tag gegen Queerfeindlichkeit mal anders

Dieses Jahr haben wir ein Thema für euch, das vielleicht erst einmal überrascht: Queere Geflüchtete. Es gibt immer wieder Stimmen, die asexuellen Personen vorhalten, dass wir ja „eh nichts machen“ würden (in Sachen Sexualität). Also hätten wir keinen Grund, bei CSDs auzutauchen oder vor Repressionen zu fliehen.

Abgesehen davon, dass nicht alle von uns grundsätzlich nichts mit Sex am Hut haben: „nichts machen“ kann ebenfalls ein ganz schöner Aufreger sein.

Daher hier ein paar Lesetipps mit Content Notes: Diese englischsprachigen Berichte thematisieren acefeindliche Vorurteile und gewaltvolle Handlungen gegen asexuelle Menschen.

Aces in Indien kämpfen beispielsweise gegen einen ganz anderem Druck zu heiraten als die meisten deutschen Personen.

Und wenn eins dachte, dass Deutschland in Sachen Asexualität eine Infowüste ist: Die arabischsprachige Welt kann das auch. Die verstreut lebenden Beteiligten in diesem Artikel über @asexarab – eine Initiative arabischsprachiger asexueller Menschen – erinnern mich an die Anfangszeiten des englischen AVEN-Forums vor 2003, wo die Aktiven über den halben Globus verstreut lebten. Hier findet ihr den Linktree von @asexarab

Eine der beteiligten Personen lebt übrigens mittlerweile in Deutschland, weil sie aus dem Irak fliehen musste, und engagiert sich bei baraka. Dieser Treffpunkt für internationale queere Personen ist beim Rubicon in Köln angesiedelt.

Unabhängige Asylberatung muss bleiben!

Und damit sind wir bei einer politischen Entwicklung, die unsere Besorgnis erregt.

Erst 2023 hatte sich das Innenministerium in Deutschland dazu durchgerungen, flächendeckend eine unabhängige Asylberatung zu finanzieren. Personen außerhalb von Behörden konnten so Schutzsuchende über Rechte und Pflichten im Asylverfahren aufklären – eine eigentlich für alle Seiten sinnvolle Regelung. Zum Weiterlesen haben wir hier einen Hintergrundartikel der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.

Diese Struktur soll nun gestrichen werden, was die Verfahren unter anderem wieder undurchsichtiger machen würden.

Bei diesen Kürzungen und Umstellungen im Rahmen einer Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) gibt es offenbar noch ein weiteres fragwürdiges Vorhaben: Die Behörden (vor allem also die Polizei) sollen eigenständig einen „besonderen Schutzbedarf“ feststellen. Ganz ohne unahängige Beratung. Dies betrifft neben z. B. Minderjährigen auch queere Geflüchtete. (Background-Infos zu besonderem Schutzbedarf hier.)

Schon jetzt haben deutsche queere Personen Probleme mit der deutschen Polizei – und diese Reibung zwischen Law & Order und Queerness soll sich in Luft auflösen, sobald eine Person keinen deutschen Pass hat? Eher unwahrscheinlich.

Wenn ihr also am 17.5. oder später auf die Straße geht: Die Reform des GEAS bekommen wir nicht mehr gestoppt, aber gegen die angedachten Kürzungen lohnt sich der Protest.

Ace und Aro Science Showcase am 6. April 2026

Ace und aro Wissen schaffen?

Alle, die unserem Blog regelmäßig folgen, wissen, dass Menschen an deutschen Unis zu Asexualität und Aromantik forschen. Manche präsentieren ihre Ergebnisse sogar bei unseren Konferenzen.

Über die Fragen, ob wir eine Diagnose brauchen, oder wie viele Aces es nun eigentlich gibt, sind wir dabei längst hinaus. Vom Gesundheitswesen über Literatur bis zur Soziologie beschäftigen sich Personen mit Themen aus dem asexuellen und aromantischen Spektrum.

Auf einem lila Hintergrund steht ein Cartoon-Männchen und zeigt auf ein Whiteboard. Über dem Whiteboard steht "Ace und aro Science Showcase". Auf dem Whiteboard steht "6. April 2026, 18 bis 20 Uhr, online." Zusätzlich Info: "und anschließender Austausch". Darunter noch die Logos von AktivistA und ace_arovolution. Ein Pfeil verweist auf die Speaker*innen und Themen im nächsten Bild. (Dazu weiter unten Text statt Bild.)

Was meinen wir mit „Science Showcase“?

Am 6.4.2026, dem International Asexuality Day, werden einige der Forschenden aus dem deutschsprachigen Raum sich und ihre Arbeit vorstellen. Trotz des fancy Titels wird es deutschsprachig, denn wer gut Englisch kann, liest wahrscheinlich eher die frei zugänglichen Veröffentlichungen.

Die Veranstaltung ist für Neugierige gedacht und für alle, die vielleicht auch an Unis sind und sich fragen, wie sie das Aspec und ihre Fachrichtung sinnvoll zusammenbringen können. Das Format ist ähnlich wie ein online TEDx-Talk strukturiert, wir sind aber vorläufig ohne Pflicht zur Aufzeichnung unterwegs.

Wer erwartet euch?

Eure Hosts sind von @ace_arovolution, von AktivistA und aus dem Team des bereits jetzt legendären „On Asexualities“-Workshops vom Dezember 25.

Als Vortragende konnten wir gewinnen:

  • Theo Hohmann – A*spec und Gesundheitsversorgung
  • Clara Bittner Solis – Ace/aro Perspektiven auf Freund*innenschaft
  • Nina Bernhardine Kotschate – Ace Lesbianism
  • Mara Wassermeier – Ace/Aro und Chrononormativität
  • Janna Babuschkina – (A)romantik und Migration/Flucht/Asyl
  • Kira aus dem Bruch – Asexualität: eine Begriffsgeschichte
  • Kristina Weber – Asexuelle Lesarten postkolonialer englischsprachiger Literatur
  • Judith Weidner – Diskriminierungs- und Empowerment-Erfahrungen von jungen Aspecs

Die exakte Reihenfolge steht allerdings noch nicht fest.

Und wo findet das Ganze statt?

Wir treffen uns am 6.4.2026 um 18 Uhr in einem Senfcall-Raum: https://lecture.senfcall.de/cor-9bg-luj-kvv

Senfcall, ein BigBlueButton-System, funktioniert per Browser und am besten von einem PC/Laptop aus. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Veranstaltung soll etwa bis 20 Uhr dauern (mit kleiner Pause). Wer dann noch Lust hat, bekommt Raum für Austausch.

Am Sonntag beginnt die Aro Week 2026

Während (gefühlt) der Rest der Welt auf ein Date am Valentinstag hinfiebert, laufen in der aromantischen Community die letzten Vorbereitungen für die Aromantic Spectrum Awareness Week. Sie erscheint manchmal auch als Aro Week oder Aromantic Visibility Week genannt.

Wozu eine Aromantic Spectrum Awareness Week?

Die Aro Week startet jedes Jahr am ersten Sonntag nach dem Valentinstag, um auf das aromantische Spektrum aufmerksam zu machen. Am Valentinstag liegt aus Vermarktungsgründen der Fokus auf romantische Beziehungen. Er ist also einer der Tage, an denen die Amatonormativität in unserer westlichen Gesellschaft besonders in Erscheinung tritt.

Amatonormativität ist eine in unserer Gesellschaft vorherrschende, meist unbewusste Überzeugung, dass exklusive, romantisch-sexuelle Beziehungen grundsätzlich wichtiger und wertvoller als andere Arten von Beziehungen (z. B. Freund*innenschaften) sind. Und dass alle Menschen romantisch-sexuelle Zweierbeziehungen („RZB“) unterhalten oder zumindest anstreben sollten.

Unter dieser Vorstellung leiden neben aromantischen und manchmach auch asexuellen Personen zum Beispiel auch polyamore Menschen, die mehr als eine wichtige Beziehung führen. Auch Menschen, die gern eine Beziehung führen würden, aber aus welchen Gründen auch immer keine geeignete Partnerperson gefunden haben, sind dadurch benachteiligt.

Die Einsamkeit, die entsteht, wenn Paare und Paarbeziehungen bevorzugt werden, illustriert unter anderem der Kurzfilm „Zucchini“. Wenn ihr weitere Filmtipps habt: Schreibt gern in die Kommentare!

Aromantic Awareness Week 2026 – Veranstaltungshinweise

Die Aro Week 2026 beginnt am 15. Februar und dauert bis zum 21. Februar.

Auf dem Aspec*German Discord ist einiges geboten. Das Programm haben wir als Sharepic hier, oder ihr schaut zum Beispiel auf den passenden Mastodon-Post.

Der Podcast InSpektren plant am 19.2. eine Live-Folge über die Erfahrungen von Bi+ aro Personen. Üblicherweise streamt der Podcast die Live-Folgen auch auf deren YouTube- und Twitch-Kanal.

Mindestens eine Person von uns trefft ihr beim Aktivismus-Austausch auf dem Server am 17.2. um 20 Uhr.

Und damit: Happy Aro Week euch allen!

Breite, zusammengefasste Programmübersicht „ARO WEEK PROGRAMM“ von Aspec*German für den Zeitraum 15.02.26 bis 21.02.26, auf weißem Hintergrund mit grünem vertikalen Streifen links in Aromantik‑Flaggenfarben und QR‑Code unten rechts. Die Events sind in Spalten aufgelistet: Sonntag 15.02. (17:00 Pre‑Show, 18:00 Lesung Nora Kellner), Montag 16.02. (18:00 Stammtisch Orga Austausch, 20:30 Spieleabend), Dienstag 17.02. (18:00 A*telier Hangout, 20:00 Aktivismusaustausch), Mittwoch 18.02. (18:00 Künstlerisch‑chaotischer Austausch vom Kissenburg Podcast, 20:00 Beziehungsanarchie‑Workshop), Donnerstag 19.02. (19:30 Serverrundgang Neulinge, 20:00 Inspektren Live Bi+Aro*specs), Freitag 20.02. (18:00 Aromantik aus männlicher Perspektive, 20:00 Gray/Demi Austausch + Pen&Paper), Samstag 21.02. (ab 13:00 Samstagsaustausche, 18:00 Ace‑Arovolution). @ASPEC‑GERMAN am unteren Rand

 

 

AktivistA-Konferenz 2026: Save the Date & Aufruf zu Beiträgen

Gefühlt ist unsere elfte Konferenz erst gestern gewesen …

Jedenfalls ist es mir eine Ehre und ein Vergnügen, die zwölfte AktivistA-Konferenz für das asexuelle Spektrum und verwandte Themen ankündigen zu dürfen.

Dieses Jahr treffen wir uns am 5. und 6. September im Zentrum Weissenburg in Stuttgart.

Anmelden könnt ihr euch über die bewährte Unterseite und das Kontaktformular. Auf der Unterseite findet ihr auch Details zu Kosten, der Location und Anreise. Außerdem posten wir dort Aktualisierungen zum Programm, sobald wir sie vorliegen haben.

Keine Konferenz ohne Programm

Da wir kein Barcamp veranstalten wollen, seid ihr gefragt. Thematisch suchen wir alles, was mit den ace und aro und anderen A-Spektren zu tun hat, nehmen aber auch gern einen Blick über den Tellerrand in politische Arbeit, trans Themen, Intersektionen, künstlerische Arbeit oder …?

Wir rechnen gewöhnlich bei Vorträgen, Lesungen oder Workshops mit 45 Minuten, danach sind 15 Minuten für Diskussion und Fragen geplant. Falls ihr für etwas Kürzeres oder Längeres Ideen habt, gibt es die Möglichkeit, umzustrukturieren.

Pro Programmpunkt zahlen wir für maximal zwei Menschen Fahrtkosten, Mittagessen und 100 Euro Honorar.

Wenn ihr Interesse habt, euch, euer Projekt, euer Thema etc. auf der Konferenz vorzustellen, könnt ihr das Anmeldeformular auf der Konferenz-Unterseite benutzen oder Carmilla beim Aspec*German-Discord anpingen.

 

Mit Ace- und Aro-Flagge verzierter Flügel bei der AktivistA 2023.